OLG weist Beschwerde zurück / Prozessbeginn vor dem Landgericht am 1. August

Harms-Brand: Verdächtiger bleibt in Haft

Bei dem Großbrand des Modehauses „Harms am Wall“ am 6. Mai 2015 entstand ein Millionenschaden. Am 1. August soll der Prozess gegen zwei Verdächtige beginnen. - Foto: dpa

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Der zweite Verdächtige im Zusammenhang mit dem Großbrand im Textilhaus „Harms am Wall“ bleibt hinter Gittern. Der 1. Strafsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) hat die Haftbeschwerde des 53-Jährigen zurückgewiesen. Das teilte am Donnerstag OLG-Sprecher Dr. Stephan Haberland mit. Der zweite Angeschuldigte, der Inhaber des Modegeschäftes, befindet sich seit Mitte Mai wieder auf freiem Fuß.

Bei dem Großbrand am 6. Mai 2015 war das aus dem Jahr 1909 stammende Harms-Gebäude am Wall völlig vernichtet worden. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Auch die historische Fassade ist nicht zu retten. Eigentümer Bremermann will die Ruine abreißen lassen und neu bauen.

Ursache für das Feuer war, wie die Experten schnell herausfanden, vorsätzliche Brandstiftung. Der Inhaber von Harms, Hans Eulenbruch, geriet ins Visier der Ermittler und wurde sechs Wochen nach dem Brand das erste Mal festgenommen. Der Haftrichter sah jedoch keinen dringenden Tatverdacht und ließ den 63-Jährigen sofort wieder frei. Im Sommer 2015 eröffnete er am Wall weniger Schritte neben der Brandruine auf kleinerer Fläche ein neues Modehaus. Im Dezember 2015, nach der Auswertung zahlreicher Spuren und Videoaufnahmen, versuchte es die Staatsanwaltschaft erneut.

Eulenbruch und ein zweiter Verdächtiger, der 53-Jährige, wurden wegen gemeinschaftlicher besonders schwerer Brandstiftung festgenommen. Ein Richter erließ Haftbefehle gegen die Männer, sie kamen in Untersuchungshaft. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft kennen sich die aus dem Umland stammenden Verdächtigen. Die Männer sollen einen Raub vorgetäuscht und das Feuer gelegt haben, um die Versicherungssumme zu kassieren, so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Sie erhob Ende März Anklage.

Eulenbruch bleibt nach wie vor bei seiner Aussage, er sei überfallen und in der Toilette des Modehauses eingesperrt worden. Er habe sich befreien, die Videos nehmen und sich aus dem brennenden Haus gerade noch retten können.

Genau diese Videoaufnahmen führt die Staatsanwaltschaft als „wesentlichen Punkt“ für die Anklage an. Die Ermittler wollen darauf Wochen vor dem Brand beide Männer gemeinsam im Laden gesehen haben. Bei dem 53-Jährigen soll es sich um den vermummten Mann handeln, der am Tatabend humpelnd im Geschäft zu sehen ist.

Im Gegensatz zu Eulenbruch, bei dem das OLG im Mai keine Fluchtgefahr mehr sah, bleibt der 53-Jährige in U-Haft. Seine Beschwerde wurde abgewiesen. Das Gericht hält den dringenden Tatverdacht für ebenso gegeben, wie beispielsweise die Fluchtgefahr, so gestern der OLG-Sprecher. Dass der vom Landgericht geplante Beginn der Hauptverhandlung am 1. August außerhalb der Sechs-Monats-Frist der Strafprozessordnung liege, sei nicht zu beanstanden. Es gebe dafür „wichtige Gründe im Sinne des Gesetzes“.

Die Ermittlungen seien besonders schwierig und umfangreich gewesen. Vermeidbare Verfahrensverzögerungen habe es seitens des Landgerichts nicht gegeben. Und die Terminierung beruhe im Wesentlichen auch darauf, dass die Verteidiger der Angeschuldigten im Juni und Juli urlaubsbedingt weitgehend für eine Verhandlung nicht zur Verfügung stünden.

Lesen Sie auch:

- Harms: Keine Chance für historische Fassade

Mehr zum Thema:

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Mitmachtag der Kita Dörverden

Mitmachtag der Kita Dörverden

Unfälle auf der A1 in Richtung Bremen

Unfälle auf der A1 in Richtung Bremen

Meistgelesene Artikel

Weihnachtsbaum im Weserpark wurde nicht von Flüchtlingen geplündert

Weihnachtsbaum im Weserpark wurde nicht von Flüchtlingen geplündert

Mordprozess gegen 24-Jährigen: Aus dem Leben geprügelt

Mordprozess gegen 24-Jährigen: Aus dem Leben geprügelt

Weltkriegsbombe in Bremen entschärft

Weltkriegsbombe in Bremen entschärft

Polizei beschlagnahmt 3,5 Kilogramm Drogen in Bremen 

Polizei beschlagnahmt 3,5 Kilogramm Drogen in Bremen 

Kommentare