Hochsaison für Eisdielen

Gutes Wetter, gutes Geschäft

„Mokka“ und „Crema“ sind zwei von 24 Eissorten, die besonders gut laufen. - Foto: sg

Bremen - Von Nina Seegers. Vater, Mutter und zwei Kinder sitzen an einem kleinen Bistrotisch, lassen sich die Sonne auf den Kopf scheinen und schlecken andächtig an ihrem Eis, während ein älterer Mann neben ihnen im Schatten der Linde Zeitung liest und an seinem Espresso nippt. „Ciao, Roberrrto“, ruft ein anderer Kunde, als er sich der Eistheke nähert.

„Drei Kugeln Eis hätte ich gern!“, der Mann scheint öfter herzukommen, denn er hält mit dem Eisdielenbesitzer Roberto und seiner Frau Alessandra einen kleinen Schnack. „Wir haben viele Stammkunden“, erzählt Alessandra später. Zwar kämen vor allem im Juli und August auch viele Touristen aus dem Schnoor, „aber unser Geschäft machen wir mit den Bremern“, so die gebürtige Italienerin weiter. „Venezia“ steht in geschwungenen Buchstaben auf dem Laden-Schild über der ausgefahrenen Markise. Denn vor 29 Jahren kamen Alessandra und Roberto aus Treviso bei Venedig nach Deutschland. „Zuerst hatten wir eine Eisdiele in Bremerhaven, später im Viertel und seit 1997 sind wir jetzt schon hier.“ Die kleine Eisdiele befindet sich in der Innenstadt, bei der Haltestelle Domsheide, gleich neben der Treppe, die hinunter ins Schnoorviertel führt.

Wenn das Thermometer steigt und die Sonne hoch am Himmel steht, haben Eisdielen Hochsaison. Während die Leute also am See oder im Freibad liegen, ein kühles Blondes im Biergarten oder eben einen erfrischenden Eisbecher genießen, kommen Alessandra und Roberto erst so richtig ins Schwitzen. Auf gutes Wetter sind die Eisdielenbesitzer dringend angewiesen, denn Sitzplätze gibt es nur draußen auf der Terrasse. „Wir haben acht Monate lang – von Mitte Februar bis Mitte Oktober – jeden Tag von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Aber wenn es kalt ist und/ oder regnet, dann kann man die Kunden fast an zwei Händen abzählen“, sagt Alessandra, während sie mit dem Eislöffel tief ins Vanilleeis taucht und eine Kugel formt. Eine Eisdiele zu führen, ist also nicht immer einfach. „Und reich werden wir damit auch nicht, aber es ist unser Traumjob“, so Alessandra weiter. Erst recht für ihren Mann, der seit Jahrzehnten jeden Tag mindestens ein Eis isst. „Gerne auch mit Sahne“, fügt Alessandra lachend hinzu. Roberto wird also wissen, was gut schmeckt.

So ist er es auch, der für die Eisherstellung verantwortlich zeichnet – nach eigenem Familienrezept, versteht sich. Mit einer manuellen Maschine rührt er im Hinterraum Klassiker wie Vanille, Schoko, Erdbeere, Zitrone, Nuss und Joghurt an. Aber auch ausgefallenere Sorten wie Sanddorn gehören zum Sortiment.

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