Ein Gruppe von zehn unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wird für Bremen zum Problem

„Sie erschweren den anderen die Chance“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Rund 300 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, Guinea, Elfenbeinküste, Somalia, Algerien, Marokko und Eritrea leben in Bremen. Die Mehrheit, so sagt das Sozialressort, hält sich an die Regeln, ist friedlich. Etwa 70 Kinder, so die Polizei, sind durch kleinere Delikte aufgefallen, zum Beispiel Ladendiebstahl. Rund zehn Kids haben Bremen ein dickes Problem beschert, und so wirklich wissen die Behörden bisher nicht, wie sie es lösen sollen.

Es geht um etwa zehn Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die laut Polizei aus Algerien, Marokko und Guinea stammen. In Bremen wird das Thema allerorts diskutiert, da sich die Vorfälle in den vergangenen zwei Wochen gehäuft haben. Wie Sprecher der Polizei und des Sozialressorts sagen, entwickeln diese Jungen, zum Teil in ihren Heimatländern auf der Straße aufgewachsen, eine kriminelle Energie, die alle Beteiligten erschreckt. Sie machen, wie es heißt, nicht vor Gewalt gegen andere Jugendliche, nicht vor Angriffen gegen Polizei Halt. „Sie halten sich an keine Regeln“, sagen Polizeibeamte.

Polizei, Inneres und Soziales drängen darauf, das Problem differenziert zu betrachten. Der Tenor: Ja, es gibt ein Problem, aber das geht von einer kleinen Gruppe aus. Die anderen jungen Flüchtlinge bemühten sich, friedlich in Bremen zu leben. David Lukaßen (Sprecher Sozialressort) sieht die Gefahr, dass „wegen einiger Intensivtäter die Stimmung kippt“ und es schwierig werde, weitere Asylunterkünfte einzurichten. Lukaßen: „Einige Jugendliche erschweren den anderen die Chance.“ Und auch die Sprecherin des Innenressorts, Rose Gerdts-Schiffler, betont: „Es ist ein kleiner Teil, der uns Sorgen bereitet.“

Seit Tagen fasst die Polizei immer wieder dieselben unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die inzwischen bereits in verschiedenen Unterkünften gewohnt haben. Körperverletzung, Raub, Diebstahl, Antänzer-Masche – die Liste an Straftaten der Zwölf- bis 17-Jährigen wird immer länger.

Es gab massive Angriffe gegen Polizisten, zwei wurden leicht verletzt (wir berichteten). In der Nacht zu Sonnabend wurde ein 22-Jähriger ausgeraubt, danach flog ein Gullydeckel in die Scheibe eines Juweliergeschäftes. Und wieder fasste die Polizei als Verdächtige Kinder der auffälligen Gruppe. In der Nacht zu Sonntag musste abermals der Jugendnotdienst raus und elf Jugendliche zurück in Asylunterkünfte bringen. Diesmal, so der Sprecher, fassten die Beamten die Kinder am Bahnhof – eigentlich hätten sie nach 22 Uhr gar nicht mehr ohne erwachsene Begleitung auf der Straße sein dürfen. Sechs Verkaufseinheiten Marihuana und eine Einheit Heroin wurden sichergestellt. Der Zwölfjährige hatte ebenso wie ein 14-Jähriger 0,9 Promille Alkohol im Blut.

O-Ton Polizeisprecher: „Das Verhalten einzelner gegenüber den Beamten während des Einsatzes und auch an der Wache Stephanitor war teilweise unbeschreiblich und wird hier nicht weiter ausgeführt.“

Was tun? Abschiebung, Rückkehr ins Ankunftsland oder die Stadt, zum Beispiel Hamburg, aus der die jungen Flüchtlinge gekommen sind, sind laut Lukaßen aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich. „Die Stadt, in der die Kinder sich aufhalten, muss sich kümmern.“ Rund um die Uhr gebe es in den Unterkünften Betreuung, auch nachts. Lukaßen: „Die Jugendlichen dürfen die Einrichtungen natürlich verlassen. Wir können sie nicht zwingen, im Haus zu bleiben.“ Und: „Unsere Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt“, räumt er ein. Die Ressorts seien jedoch im Gespräch, um Lösungen zu finden. Inneres und Justiz bemühten sich um eine schnelle strafrechtliche Aufklärung und Sanktionen.

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