Großbrand bei Harms

Geschäftsführer und weiterer Verdächtiger festgenommen

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Vom Modehaus Harms Am Wall blieb nach dem Großbrand im Mai nur eine Ruine. Heute haben die Ermittler den Geschäftsführer und einen zweiten Mann unter dem dringenden Tatverdacht festgenommen, das Feuer gelegt zu haben.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Großbrand bei Harms Am Wall: Die Ermittler haben heute Morgen den früheren Geschäftsführer des inzwischen insolventen Modehauses, Hans Eulenbruch (63), sowie einen zweiten Verdächtigen (53) festgenommen. Ein „wesentlicher Punkt“ bei den Indizien sollen Videoaufnahmen sein.

Wie Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, sagte, besteht gegen beide Männer dringender Tatverdacht wegen gemeinschaftlicher besonders schwerer Brandstiftung. Bereits im Vorfeld hatte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle erwirkt. Am Abend saßen beide Männer in Untersuchungshaft. Den Angaben zufolge kennen sich die beiden und kommen aus dem Bremer Umland, aber aus unterschiedlichen Orten.

Bei dem Großbrand am 6. Mai war das aus dem Jahr 1909 stammende Harms-Gebäude samt Inventar völlig vernichtet worden. Es entstand ein Millionenschaden. Schnell stellten die Experten fest, dass es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelte.

Der Geschäftsführer geriet von Beginn an unter Verdacht. Sechs Wochen nach dem Feuer wurde er das erste Mal festgenommen. Damals sah der Richter jedoch – anders als die Staatsanwaltschaft – keinen dringenden Tatverdacht. Eulenbruch kam nach einer Stunde wieder frei. Im Sommer eröffnete er nur wenige Meter neben dem abgebrannten Haus ein neues Modegeschäft.

Anders als bei der ersten Festnahme, ließ sich der Richter jetzt offenbar von den vorgetragenen Indizien überzeugen. Die Ermittler hatten in der Brandruine zahlreiche Spuren gesichert. Im Sommer wurde auch das Privathaus von Eulenbruch durchsucht, ebenso weitere Geschäftsräume. Der 63-Jährige hatte nach dem Brand vor der Polizei ausgesagt, er sei niedergeschlagen und in der Toilette eingesperrt worden. Er habe sich schließlich befreien, gerade noch Videoaufnahmen retten und den Flammen entkommen können. Er mutmaßte, dass Einbrecher das Feuer aus Wut gelegt hätten, da kein Geld im Laden gewesen sei. Mit einem Ausschnitt aus den Aufnahmen ging die Polizei später an die Öffentlichkeit. Zu sehen ist am Tatabend ein vermummter Mann, der humpelt.

Feuer in viergeschossigem Gebäudekomplex

Die Videos sind laut Passade neben Spuren vom Brandort und „Ungereimtheiten“ in der Aussage ein „wesentlicher Punkt“ in der Indizienkette. So hätten die Ermittler Wochen zurück die Bänder angeschaut. Und sie sind der Auffassung, den humpelnden Mann bei Harms zusammen mit Eulenbruch auf einem Video aus dem April entdeckt zu haben. Der Mann wurde ermittelt und sitzt nun, wie der Geschäftsführer, hinter Gittern. Während Eulenbruch laut Passade die Brandstiftung bestreitet, verweigert der zweite Verdächtige die Aussage.

Der Großbrand im Mai hinterließ nicht nur im Harms-Gebäude, in dem Eulenbruch Mieter war, Spuren, sondern auch an den benachbarten Häusern. Der Wall war monatelang gesperrt, da die Ruine weiträumig abgesperrt werden musste. Ein Großteil des Gebäudes musste von Hand abgetragen werden. Im September gab es für den Wall eine Einbahnstraßenregelung, die die Beteiligten einvernehmlich ausgemacht hatten. Die Autos durften lediglich Richtung Sögestraße fahren, was zu einigem Chaos und schließlich zur eindringlichen Bitte der Geschäftsleute führte, den Wall wieder zu öffnen. Seit Dezember ist der Boulevard wieder in beide Richtungen befahrbar, vor den Geschäften darf geparkt werden. Der Abriss der Ruine wird sich weiter verzögern, möglicherweise bis zum Sommer 2016. Dem Vernehmen nach müssen sich mehrere Versicherungen einigen.

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