Jürgen Maas wohnt, lebt und arbeitet im Stadionbad

Der größte Pool Bremens

Jürgen Maas ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und leitet das Stadionbad. Die Saison endet am Sonntag – nach fünf Tagen Hochsommerwetter in Folge. - Foto: Seegers

Bremen - Von Nina Seegers. Ganz bestimmt hat er mit mehr als 16 Millionen Liter Wasser die größten Swimmingpools Bremens in seinem „Garten”: Jürgen Maas leitet das Stadionbad und wohnt mit seiner Familie in der Dienstwohnung direkt auf dem Gelände des Freibads neben dem Weserstadion.

Nach Dienstschluss hat er immer freie Bahn, auch im 50 Meter langen Schwimmbecken. Trotzdem geht Jürgen Maas längst nicht mehr so oft ins Wasser wie früher einmal. Als kleiner Junge sei er täglich ins kühle Nass gesprungen, schließlich sei er auf dem Gelände des Stadionbads aufgewachsen, sagt er. Sein Vater Günther Maas hatte 1970 die Leitung des Stadionsbads übernommen hatte.

Jeden Morgen um 7 Uhr macht Jürgen Maas seine erste Runde über das Freibad-Gelände und sieht nach dem Rechten, während die Frühschwimmer tapfer ihre Bahnen ziehen. Die Bademeister sind bereits auf Position, haben den Chlorgehalt des Wassers, den PH-Wert und die Temperatur gemessen, nachdem das Wasser über die Filteranlage gereinigt wurde. Jetzt, da der warme Spätsommer noch einmal alles gibt, haben Maas und sein Team gut zu tun. Bei Temperaturen von rund 30 Grad stürmen die Leute derzeit scharenweise in Bremens Freibäder, bevor die Saison beendet ist. Der Geruch von Pommes Frites liegt in der Luft, die Stimmung unter den Badegästen ist unbeschwert und ausgelassen. Während die einen auf den Wiesen faul in der Sonne liegen und ein paar Mädchen kreischend von der zwölf Meter hohen Rutsche rutschen, rennen die ganz Kleinen lachend durch das Wasserspielfeld im Eltern-Kind-Bereich.

Das Stadionbad ist bei vielen wegen der zentralen Lage besonders beliebt. „Mit unseren 50 Meter langen Schwimmbecken, den bis zu zehn Meter hohen Springtürmen, den beiden Wasserrutschen und dem Naturbecken sowie dem großzügigen Eltern-Kind-Bereich sprechen wir sowohl ambitionierte Schwimmer und Jugendliche als auch Familien an”, sagt Maas, während er am Beach-Volleybalfeld vorbeiläuft und nickend den ein oder anderen Stammast begrüßt. Vor allem die Jugendlichen kennen ihn. Und er kennt sie. „Unter einigen Gruppen unterschiedlicher Nationalitäten kann es gelegentlich zu Rivalitäten kommen. Da muss ich auch schon mal eingreifen. Ich weiß aber immer ganz genau, wer wo liegt”, sagt Maas. Wie man Situationen entschärft, weiß der 51-Jährige nur zu gut, schließlich gibt er regelmäßig Schulungen zur Deeskalation. Auch nachts musste er schon häufiger raus und dem Badevergnügen ungewollter Gäste ein jähes Ende setzen. „Seitdem ich mir aber vor zwei Jahren einen Schäferhundmischling angeschafft habe, sind die nächtlichen Badbesuche deutlich zurückgegangen. Denn der Hund ist zwar niedlich, aber nicht nett”, betont Maas.

An diesem Wochenende haben die Freibäder noch ganztags geöffnet. Ab Montag ist die Saison dann offiziell beendet. „Wir sind aber auch für die wärmeren Tage gewappnet und stellen in der nächsten Woche noch das Schloßparkbad und den Freibadbereich im Westbad zur Verfügung“, sagt Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder.

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