Bremer Publikum begeistert

Stargeiger David Garrett: Grenzenloser Musikgenuss

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Stargeiger David Garrett (rechts) und sein musikalischer Leiter Franck van der Heijden beim Konzert am Mittwochabend in der Bremer Stadthalle. Der 36-jährige Violinist begeisterte sein Bremer Publikum. 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. So fulminant wie David Garrett seine Show begonnen hat, so beendet er sie am Mittwochabend in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) auch: mit einem musikalischen Feuerwerk auf der Geige, jeder Menge Pyrotechnik und Goldregen. Es ist eine gelungene Kombination von Musik und Spektakel, die der 36-Jährige in mehr als zweieinhalb Stunden auf seiner „Explosive-Live“-Tour abliefert. Die rund 6 500 Zuschauer in der Halle sind begeistert. Sie klatschen und trampeln bei diesem grenzenlosen Musikgenuss.

Der Stargeiger betritt die Halle von der Seite. Leger wie immer, die blonden Haare zum Zopf gebunden. Sein Ziel ist die gigantische Drehbühne, die in der Mitte der Halle aufgebaut ist. Während seine fünf Musiker mit ihm auf der Bühne stehen, hat sich die Neue Philharmonie Frankfurt davor aufgebaut. Auf private Fotos und dazu passende Anekdoten des Künstlers, die den Fans so sehr gefallen haben, müssen die Zuschauer diesmal verzichten – neue Tour, neues Konzept.

Geige und Feuerwerk lassen es krachen

Blick in die Halle mit Publikum und der Neuen Philharmonie Frankfurt vor der Drehbühne. 

Die beeindruckende Bühne ist das Zentrum. Hier bearbeitet David Garrett seine Geigen, was das Zeug hält, streichelt die Saiten geradezu zärtlich, wenn die Töne leiser werden. Hier geht es richtig ab, wenn rund um die Bühne die Pyrotechnik loslegt. Vor allem am Ende lässt es Garrett regelrecht krachen, auf der Geige und mit dem Feuerwerk. Dem Publikum wird doppelt heiß. Der Stargeiger selbst wirkt wie stets ein wenig schüchtern. Er erzählt vom Lieblingsstück seiner Mama, die beim Üben des Songs, der jetzt kommt, immer Walzer um ihn herum getanzt hat. Und er spielt das Lied „Marathon“ seiner kleinen Schwester Elena, das er mit seinem musikalischen Leiter Franck van der Heijden für Geige umgeschrieben hat. Mühelos wechselt der 36-Jährige die Genres, spielt Klassik ebenso wie „Superstition“ von Stevie Wonder, „Viva la vida“ (Coldplay), Rockiges von Led Zeppelin wie Filmmusik aus „Frozen“ (schön: die Eisblumen dazu auf den Bildschirmen unter der Hallendecke) und „Ghostbusters“. Zu letzterem taucht im Publikum ein riesiges Gummimonster auf. 

Das ist allerdings ebenso überflüssig wie die „Tanzmäuse“ (O-Ton einer Zuschauerin) bei einigen Stücken. Das Publikum hört ein paar angespielte Töne von Beethoven, Bach und Mozart. Es wirkt alles leicht bei David Garrett, wie Spaß. Wunderschön, wenn der Violonist mit Orchester Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 spielt. Grenzenloser Musikgenuss halt! Unglaublich schnell fliegt der Bogen bei „Furious“ über die Geige – großer Applaus dafür.

Stargeiger David Garrett in der ÖVB-Arena

Mühelos spielt David Garrett Songs von Prince, Paul McCartney und eine Hommage an den Jazzmusiker Django Reinhardt („Nah neh nah“), das einige sicher von der belgischen Gruppe „Vaya con dios“ kennen. Mit van der Heijden liefert sich der Musiker ein Scharmützel Geige contra elektrische Gitarre. Spektakulär „Music“ von John Miles, das in der Arena im Original am 18. Dezember (18 Uhr) bei der „Night of the Proms“ zu hören sein wird. Garrett selbst spielte übrigens 2002 bei den „Proms“, und van der Heijden war ebenfalls jahrelang dabei.

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