Medizin-Azubis beim Hurricane

Glühende Gabeln und Wespenstiche

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Was wäre das „Hurricane“ ohne Regen? Im vergangenen Jahr mussten die Azubis des Schulzentrums Walle wieder mal Regenkleidung auspacken.

Bremen - Zehnttausende von Fans fiebern dem „Hurricane“-Musikfestival am Wochenende in Scheeßel entgegen. Viele Bands werden während des Spektakels zu hören sein. Doch für das Publikum ist nicht immer alles vergnüglich: Etwa 2500 bis 3000 Notfälle müssen in der Festivalzeit von Donnerstagnachmittag bis Montagvormittag, wenn die letzten müden Zuschauer abreisen, durchschnittlich versorgt werden. Dabei sind die Helfer des DRK nicht alleine im Einsatz. Seit 2012 sind auch Auszubildende zu Medizinischen Fachangestellten (MFA) des Schulzentrums Walle dabei.

„35 bis 45 Azubis waren in den vergangenen Jahren jeweils mit großem Engagement vor Ort. So ist es auch in diesem Jahr. Die Berufsschüler werden für den Einsatz von ihren Arbeitgebern ganz oder teilweise freigestellt. Sie kommen aus Facharztpraxen in Bremen und Umgebung“, sagte am Mittwoch Frauke Toppe, Lehrerin am Schulzentrum Walle. Zimperlich dürfen die Azubis nicht sein. Zu den „typischen Verletzungen“ zählen laut Toppe Schnitte, Prellungen, heftige Schlägerei-Blessuren, Verstauchungen, Brüche sowie leichte bis lebensbedrohliche Herz-Kreislaufprobleme.

Zum Schminken bleibt nur wenig Zeit – und vor allem auch wenig Platz.

„Häufig werden Besucher gebracht, weil sie zu viele Drogen konsumiert haben, nicht mehr geradeaus gehen können oder hilflos aufgefunden wurden. Diese werden dann, bis sie mehr oder weniger ausgenüchtert sind, medizinisch überwacht. Es kommen aber auch Patienten, die von einer Wespe gestochen worden sind. Nicht jeder Einsatz ist ein Notfall“, so die Lehrerin. Zu tun gibt es ihren Worten nach immer etwas. Auf dem Festivalgelände sind mehrere Zelte für die Versorgung aufgebaut. Mobile Teams sind auch auf dem Campingplatz unterwegs. „Der Einsatz ist eine Schulveranstaltung und gehört zum Unterricht.

 Dieser Lernort bietet für die Auszubildenden besondere Erfahrungsmöglichkeiten, die sie in der täglichen Arbeit verwenden können“, sagte Toppe. Die Azubis sind Tag und Nacht im Einsatz und müssen auch mit ungewöhnlichen Situationen fertig werden. „Manchmal werden irrwitzige Wetten ausgetragen“, wie Toppe ausplauderte. Sie berichtete von zwei jungen „ziemlich betrunkenen“ Männer. Diese brachten auf dem Grill eine Gabel zum Glühen und drückten sich diese auf den nackten Allerwertesten. Toppe: „Die Wette hatte derjenige gewonnen, der den Schmerz am längsten aushielt. Der Gewinner ist uns nicht bekannt, aber morgens um 4 Uhr wollte sich das Duo unbedingt behandeln lassen. Beide hatten überraschenderweise Schmerzen am Hintern verspürt.“ Toppe betreut die Azubis gemeinsam mit ihrer Kollegin Anne Evermann und zwei weiteren Profis. Alle hoffen, dass es möglichst ruhig zugeht und eine Schlammschlacht mit Unwettern ausbleibt.

gn

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