Einer von 80 Millionen

Max Giesinger überzeugt Bremer Publikum

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Max Giesinger präsentiert sich auf der Bühne voller Energie, Spielfreude und Leidenschaft an der Musik.

Bremen - Von Jan Dirk Wiewelhove. Einer von 80 Millionen auf der Bühne, mehrere hundert davor – nur wenige Akkorde benötigte Max Giesinger, um das Publikum im ausverkauften „Modernes“ in der Neustadt in seinen Bann zu ziehen. Einer der Aufsteiger des Jahres lieferte am Mittwochabend mit seiner Band einen großartigen Auftritt ab, der unter den Besuchern für gute Laune sorgte und sie zum Mitsingen und Hüpfen animierte.

Dabei droht die gute Laune der Fans in der ersten Reihe – größtenteils weiblich – noch vor dem ersten Lied, dem Tour-Titelsong „Der Junge, der rennt“, zu kippen. Die Band spielt sich warm, aber Max fehlt noch. Giesinger taucht plötzlich am anderen Ende des Raums auf, wo er so anfängt, wie er auch aufhört, und zwar total nah dran am Publikum. Er ist in Feierlaune, spricht über seine Karriere, seine Heimat und über seinen ersten Auftritt in Bremen vor ausverkauftem Haus. Ganz im Gegensatz zu einem Gig im Lagerhaus vor vielleicht 100 Leuten, erinnert sich der Sänger.

Kommen seine Songs aus der Konserve leicht melancholisch daher, präsentiert sich der 28-Jährige auf der Bühne voller Energie, Spielfreude und Leidenschaft an der Musik, ohne dabei seine Fans zu vergessen. Nebenbei geht es auch sportlich zu. Bei „Wenn sie tanzt“ verlangt er von den Zuhörern, ob alt oder jung, ein Erdbeben der Stärke drei auf der Richterskala, auch wenn er keine Ahnung hat, was das bedeutet, gibt der sympathische Sänger zu. Der ganze Saal geht in die Hocke, wartet das Kommando der Band ab und springt los.

„Ich will mit Euch trinken“

Es ist genau diese Mischung aus Interaktion und richtig guter Musik, die diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis macht. Max Giesinger taucht wieder mal in der Menge ab und erklärt: „Ich will mit Euch trinken.“ Er merkt selbst, dass dies keine gute Idee ist, wenn das Konzert weitergehen soll.

Der Gewinner der „Goldenen Henne 2016“ als Aufsteiger des Jahres macht weiter und nimmt Musikwünsche an. Dass passend zur Adventszeit der „worst case“ eintritt, ist nicht zu erahnen. „Last Christmas“ muss es sein. Aber nicht langweilig auf Englisch, nein, auf Italienisch will er singen, schließlich lerne er das gerade. Gefühlvoll wie Eros Ramazzotti singt Giesinger zu der Melodie des Weihnachts-Pop-Klassikers, ob die Grammatik korrekt ist, interessiert eigentlich keinen.

„Die guten Tage strahlen“ an diesem Abend, macht der Künstler deutlich, der 2011 bei „The Voice of Germany“ Platz vier belegte. Gute Musik und gute Laune zählt für die Menge, die sich allzu leicht zum Mitsingen und zur Welle von links nach rechts und zurück animieren lässt. Max Giesinger hat mit seinem Album „Der Junge, der rennt“ den Nerv vieler Deutschpop-Fans getroffen.

Angefangen als Straßenmusiker

Allem voran natürlich der „Top-10“-Hit „80 Millionen“. Es war wohl sein schönstes Jahr, ein verrücktes Jahr, meint Max, auch dank dieses Liedes, das uns im Sommer während der Fußball-EM begleitet hat. Diese Dankbarkeit über diesen Erfolg spüren die Besucher im „Modernes“. Giesinger erinnert sich an seine Anfänge als Straßenmusiker und spielt mit seiner Band mit Rassel, Klampfe und Mundharmonika eine Unplugged-Version zusammen mit dem großen Chor vor der Bühne.

Nach den Auftritten im Lagerhaus und auf der Breminale in diesem Jahr freut sich Max schon auf das nächste Konzert in der Hansestadt, bis dahin verabschiedete er sich von den mehreren hundert Besuchern mit „Für immer“ aus seinem ersten Album.

Max Giesinger im Bremer Modernes

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