Werder sieht Heimspiel nicht gefährdet / Festnahme?

Terrorgefahr in Bremen: Polizei warnt vor gewaltbereiten Islamisten

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Polizisten patrouillieren am Samstag in Bremen auf dem Marktplatz rund um das Rathaus und die Bürgerschaft. Die Polizei in Bremen warnt vor einer Gefahr durch gewaltbereite Islamisten in der Stadt.

Bremen - Die Polizei in Bremen warnt vor einer Gefahr durch gewaltbereite Islamisten in der Stadt. Hinweise auf Aktivitäten potenzieller islamistischer Gefährder gebe es seit Freitagabend vonseiten einer Bundesbehörde, teilte sie am Samstagmorgen mit.

Zur Abwehr dieser Gefahr gehörten unter anderem "Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum". Seit dem Vormittag befinden sich mit Maschinengewehren bewaffnete Einheiten der Polizei auf dem Marktplatz vor der Bürgerschaft und am Rathaus. Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen wurden für die jüdische Gemeinde an der Schwachhauser Heerstraße ergriffen.

Nach der Warnung vor gewaltbereiten Islamisten soll es eine Festnahme gegeben haben. So berichtete Radio Bremen am Samstagmittag von einem Zugriff der Polizei. Ob dieser in einen Zusammenhang mit der Warnung steht, war unklar. Die Polizei bestätigte die Festnahme zunächst nicht.

Auch Werder Bremen äußert sich zu der Gefahrensituation. Der Elko-Sicherheitsbeauftragte Lars Mühlbrandt sieht Veranstaltungen in Bremen am Wochenende nicht in Frage gestellt. Dies teilte Michael Rudolph, Werder Bremens Medienleiter, mit. „Derzeit ist nicht an eine Absage gedacht“, sagte auch Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin am Samstag auf Anfrage. Der Fußball-Manager erklärte, dass er von der Polizei-Initiative überrascht worden sei, die Lage aber ernst nehme.

„Wir müssen uns ständig über die Situation informieren“, berichtete Eichin. Der Verein hält nach eigenen Angaben Kontakt zum Einsatzlagezentrum der Polizei. Von dort gab es bisher keine Hinweise oder Aufforderungen, die Partie abzusagen. Zum Nord-Duell werden mehr als 40.000 Besucher im Weserstadion erwartet.

Nach Informationen von "Spiegel Online" kamen die Informationen von einem deutschen Nachrichtendienst. Es würden zwei Personen beschattet, die in Bremen lebten, heißt es demnach in einer Polizei-Analyse. Auf diese Weise sollten "relevante angereiste Kontaktpersonen" identifiziert und ausfindig gemacht werden. Die Bremer Polizei bestätigte diese Angaben auf Anfrage zunächst nicht. Es würden alle relevanten Gebäude in der Stadt geschützt, sagte ein Polizeisprecher lediglich.

Terror-Warnung in Bremen

Nach wie vor unklar ist, wie die mögliche Gefahrensituation in Bremen genau aussieht. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur aus Sicherheitskreisen gibt es auf Bundesebene keine aktuellen Hinweise auf eine geänderte Gefährdungslage.

In der ersten knappen Pressemitteilung der Polizei hieß es, man reagiere mit jeweils abgestimmten und angepassten Sicherheitsmaßnahmen auf die Gefährdungslage. Weitere Einzelheiten nannte die Behörde zunächst nicht.

Zuletzt hatte Mitte Februar eine Terrorwarnung zur kurzfristigen Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig geführt. Im Januar waren für einen Montag in Dresden eine Pegida-Demonstration und alle weiteren Kundgebungen verboten worden. dpa/lor

Hintergrund: Die radikale Islamistenszene in Bremen

Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) wurden zuletzt rund 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens 16 Islamisten aus Bremen sind nach Syrien gereist, um dort zu kämpfen, so die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden. Vier sollen bereits wieder zurückgekehrt sein, zwei starben offenbar bei Kämpfen. Die beobachteten Salafisten verkehrten bislang hauptsächlich in zwei Vereinen.

Im Visier der Behörden stand lange Zeit vor allem der „Kultur- und Familienverein“ (KuF), der in Bremen-Gröpelingen eine Moschee betrieb. Fast alle der nach Syrien ausgereisten Islamisten sollen dort verkehrt haben. Der Verein stand im Verdacht, gezielt junge Menschen anzuwerben. Im Dezember 2014 wurde er von Innensenator Mäurer verboten. In der Moschee wurde nach Informationen der Sicherheitsbehörden eine äußerst radikale Form des Salafismus gelehrt. 2011 verurteilte das Oberlandesgericht in München zwei KuF-Gründungsmitglieder wegen Werbens für das Terrornetzwerk Al-Kaida sowie ihr nahestehende terroristische Organisationen. Einer der beiden Angeklagten wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er nach Überzeugung des Gerichts in ein Al-Kaida-Ausbildungslager nach Afghanistan reisen wollte.

Im April 2014 beschlagnahmte die Polizei in Bremen die Reisepässe von sieben mutmaßlichen Salafisten und erteilte ihnen Ausreiseverbote. Bei Hausdurchsuchungen wurden Gas- und Schreckschusspistolen, ein Elektroschocker sowie Handys und Computer sichergestellt.dpa

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