Schülerpraktikum im Technologiepark

Freiwillig büffeln im Labor

Spannend: Martin Schürenberg erzählt den Schülern mit viel Körpersprache von seiner Arbeit als Experimentalphysiker. - Foto: mko

bremen - Sie könnten einfach ihre Herbstferien genießen, ausschlafen und jeden Abend feiern gehen. Doch 41 Schüler der Jahrgangsstufen neun bis zwölf beteiligen sich am Herbstpraktikum im Technologiepark an der Uni Bremen. Jeden Morgen um 9 Uhr erscheinen sie freiwillig, hören einen Vortrag aus dem Gebiet der Naturwissenschaften und gehen dann in Firmen und Instituten des Technologieparks an die Arbeit.

Ein „ganz normales Betriebspraktikum“ ist es nicht, was die Schüler erwartet. „Ihr werdet nicht unbedingt sehen, wie der Arbeitsalltag eines Physikers aussieht. Es geht mehr darum, zu erleben, was an den Naturwissenschaften spannend und faszinierend ist“, sagt Martin Schürenberg. Er war vor sechs Jahren einer der Hauptideengeber bei der Konzeption des Herbstpraktikums im Technologiepark.

Er wünscht sich, dass die jungen Praktikanten eine positive und prägende Erfahrung fürs Leben mitnehmen. „Wenn Ihr hier rausgeht, werdet Ihr etwas, natürlich nur einen kleinen Teil, von den Naturwissenschaften verstanden haben. Aber einige von Euch werden sich in die Arbeit mit den Naturwissenschaften verlieben“, sagt Schürenberg. Er beschreibt seine Arbeit als Projektleiter bei der Firma Bruker Daltonik, einem Hersteller von Massenspektrometern, so: „Ich beschäftige mich damit, wie man Moleküle wiegt.“

Auf die Praktikanten warten bei dieser Firma knifflige Aufgaben. „Wir lassen sie zum Beispiel eine Lösung dafür finden, wie man einen kleinen Gegenstand formatfüllend durch ein Schlüsselloch fotografiert“, sagt Schürenberg.

Eine weitere Problemstellung: eine Wassermenge möglichst schnell einfrieren. „Die Jungen haben da große Kühlelemente genommen und den Kältehebel voll durchgezogen. Da bekamen sie Probleme mit der Abwärme. Alles heizte sich auf“, erzählt Schürenberg. „Die Mädchen waren da noch in der Lesephase.“

Hendrick Schnier aus Schwanewede ist in der 12. Klasse. „Ich habe mich hier beworben, weil ich einen Einblick in den Raumfahrtbereich haben will“, sagt Schnier. Er wird sein Praktikum im Fachbereich Physik an der Uni machen. Sofia Blum geht ebenfalls in die 12. Klasse und wird die nächsten zwei Wochen bei der Firma Bruker Daltonik verbringen. „Ich hoffe, dass ich da möglichst viel selbst machen kann“, sagt sie.

Bei dem Praktikum werden nicht unbedingt nur die Schüler mit den besten Noten angenommen. „Wir nehmen die Schüler, bei denen wir glauben, dass wir mit dem Praktikum etwas in deren Leben bewegen können. Ich habe schon Schüler genommen, die auch Dreien und Vieren im Zeugnis hatten“, sagt Schürenberg. „Genauso habe ich einen Kandidaten mit lauter Einsen, mehreren Praktika im Lebenslauf und Eltern mit Physikstudium abgelehnt. Der hatte doch schon alles.“ - mko

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