DLR-„School-Lab“: Schüler tüfteln an Experimenten in der Schwerelosigkeit

Im freien Fall

Entspannte Gesichter vor der Generalprobe im DLR-„School-Lab“ – von links gesehen: Emily Köhne, Cara Stromeyer und Nicholas Borrego vom Team „Oil in Water“ der International School Bremen (ISB). Ebenfalls von der ISB und vom Team „Carbonated Water“: Abigail McIntosh und Isabella Gardner. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Mehr als sechs Monate Arbeit – und am Ende ein alles entscheidender Versuch: Ein Dutzend Schüler tüftelt seit Ende vergangenen Jahres an Experimenten zur Schwerelosigkeit. Jetzt folgte die Generalprobe beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Technologiepark. Nicht alles ging glatt, doch bis zum finalen Versuch sind es noch knapp drei Wochen.

Bunte Kabel schlängeln sich über einen Tisch im „School Lab“ des DLR. Platinen, Stecker, Kondensatoren und Batterien sind mit einander verbunden. Während Plastikstücke wie Puzzleteile auf der einen Seite des Tisches liegen, schauen kluge Köpfe auf der anderen Seite akribisch auf den Versuchsaufbau.

Fünf Schüler des Gymnasium Vegesack widmen sich seit Monaten dem sogenannten Marangoni-Effekt, basteln am Gehäuse, stecken Verbindungen zusammen. Das fünfköpfige Team der 11. Jahrgangsstufe wurde im vergangenen Jahr ausgewählt, am „Drop Tower Project for School Students“, kurz „Drops“, mitzuwirken – an einem Schülerforschungsprojekt, das sich mit Fragen zur Schwerelosigkeit beschäftigt.

Wie Flüssigkeiten sich vermischen können

Unter ihnen ist auch Benjamin Behrens. Der 17-Jährige fährt seit Monaten einmal die Woche für drei Stunden in das „School Lab“ und arbeitet zusammen mit seinen Schulfreunden am Projekt. Konkret geht es darum, wie sich zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Oberflächenspannung vermischen können, wenn keine Gravitation wirkt.

Um Schwerelosigkeit herzustellen, benutzten die Schüler den „kleinen Bruder“ des eigentlichen Bremer Fallturms im DLR-Gebäude. Dieser misst zwar nur zehn Meter, dennoch kann er für die Dauer von einer Sekunde Schwerelosigkeit simulieren.

Diese Chance nutzen auch Schüler der International School Bremen, dabei lief jedoch nicht alles nach Plan. Zwei Teams mit unterschiedlichen Projekten machten den Anfang und ließen ihre Versuchskapseln zehn Meter Richtung Erdboden sausen. Eine Fontäne aus Styroporkugeln schoss aus dem Behälter, wenige Minuten später wussten die vier Mädchen und ein Junge, dass nicht alles gut ging.

Etwas ernüchtert, aber dennoch weiter mit großem Ehrgeiz, heißt es für die beiden Teams bis zum 6. Juni nun: Basteln, ausprobieren, Fehler finden. Dann werden ihre Experimente – bei denen es zum einen um das Verhalten von Öl in Wasser und zum anderen um das Verhalten von unterschiedlichen Kohlensäure-Konzentrationen in Wasser geht – den finalen Versuch machen.

Dann übrigens im großen Original-Fallturm des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), der vier Sekunden Schwerelosigkeit ermöglicht.

Die Projektleiter sind trotz kleiner Rückschläge besonders von der Motivation der Schüler angetan. „School-Lab“-Leiter Dirk Stiefs: „Alle knien sich voll rein. Echt klasse, mit welchem Enthusiasmus die Schüler arbeiten.“ Ob sich dieser bezahlt macht, zeigt der 6. Juni. Dann gilt‘s.

Mehr zum Thema:

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Meistgelesene Artikel

Werder geht nicht unter: „Die Gefahr ist gebannt“

Werder geht nicht unter: „Die Gefahr ist gebannt“

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Kommentare