Das Unibad hat wieder geöffnet – zumindest für die nächsten fünf Jahre

Freie Bahn auf 50 Metern

Knapp ein Jahr haben die Sanierungsmaßnahmen im Unibad gedauert, jetzt können die Schwimmer wieder ihre Bahnen im 50 Meter lange Becken ziehen. - Foto: Bahlo

Bremen - Von Nina Seegers. Endlich: Das Unibad, Bremens einziges Hallenbad mit einem 50 Meter langen Schwimmbecken, hat nach lang andauernden Sanierungsmaßnahmen seinen Betrieb wieder aufgenommen. Die alte Lüftungsanlage ist einer neuen gewichen, das Dach wurde ausgebessert und die Hallenbeleuchtung erneuert.

„Für die vergangenen Monate musste aufgrund des Wegfalls des Unibads auch in unseren anderen Schwimmbädern einiges umstrukturiert werden. Alle Schwimmer haben viel Geduld bewiesen, dafür sind wir dankbar“, sagt Martina Baden, Geschäftsführerin der Gesellschaft Bremer Bäder.

Mit der Wiedereröffnung hat das Unibad die Öffnungszeiten ausgeweitet. „Es ist zunächst ein Versuch“, so Martina Baden weiter, „wir prüfen, ob das zusätzliche Angebot auch nachgefragt wird.“ Bislang ist die Resonanz der Schwimmbadbesucher groß. „Im Vergleich zu den Vorjahreszeiten sind wir mit der ersten Woche sehr zufrieden”, sagt eine Sprecherin der Bremer Bäder.

Weil in der Lüftungsanlage Mineralfasern und Schimmelpilze gefunden wurden, wurde diese komplett erneuert. - Foto: Bahlo

Das Unibad war vergangenen September nicht wiedereröffnet worden, weil bei Instandhaltungsarbeiten Mineralfasern und Schimmelpilze in den Lüftungsanlagen gefunden wurden (wir berichteten). Messungen hatten zwar ergeben, dass die Luft im Bad noch nicht belastet war, aber nach einschlägigen Hygiene-Verordnungen durfte das Bad nicht wieder in Betrieb gehen. Bremen stockte daraufhin die Mittel für Instandhaltung um 700 000 Euro auf, so dass bis zu 1,1 Millionen Euro zur Verfügung standen. „Abgerufen wurden davon rund 900 000 Euro”, sagt Projektleiter Ulf Rohde von der Universität Bremen, die die Eigentümerin des Schwimmbads ist.

1978 ist das Unibad gebaut worden und dient seitdem zahlreichen Schwimmvereinen, Schülern und nicht zuletzt den Bürgern aus den umliegenden Stadtteilen als Schwimmbad. Während der Sanierungsarbeiten mussten diese auf andere Bäder ausweichen und erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Nach der einjährigen Schließzeit können die Schwimmer nun also wieder wie gewohnt trainieren und ihre Bahnen ziehen – zumindest für die nächsten fünf Jahre.

Denn dann soll das Unibad gänzlich geschlossen werden. So hat es der Bremer Senat vor knapp zwei Jahren im Bremer Bäderkonzept beschlossen. Er hält auch weiterhin – trotzt etlicher Proteste – aus Kostengründen an diesem Beschluss fest. Denn eine Komplettsanierung des knapp 40 Jahre alten Unibads würde etwa 18 Millionen Euro kosten, hatte der Senat errechnen lassen – zuviel für das hochverschuldete Bremen.

Um Kosten zu sparen, soll stattdessen auf dem Gelände des Freibads Horn in den nächsten Jahren eine rein zweckmäßige Schwimmhalle mit einer 50-Meter-Bahn für den Vereinssport entstehen, die sich am niederländischen Modell namens „Simply Swimming” orientiert. Auch das Westbad in Walle wird saniert und soll dann eine Alternative für die Unibadbesucher sein.

Die Bürgerinitiative „Pro Unibad“ kann die Pläne der Stadt allerdings nicht nachvollziehen und kämpft weiterhin um den Erhalt des Unibads. Sie hat in einem Gegenentwurf zum Bäderkonzept des Bremer Senats aufgezeigt, dass eine Sanierung des Hallenbads für etwa zehn Millionen Euro möglich wäre, also acht Millionen Euro weniger als von der Stadt veranschlagt. Die Bürgerinitiative fordert nun Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) auf, diese kostengünstige Sanierung zu prüfen.

www.bremer-baeder.de

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