„Sommergäste“ jetzt im Goethe-Theater

Erinnerungen an wilde Bühnenzeiten

Rolf Becker kommt als „Sommergast“ an seine frühere Wirkungsstätte. - Foto: Radio Bremen / Tammo Jans

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Prominenz in der Stadt! Eine gute sommerliche Tradition ist es, dass das Nordwestradio seine „Sommergäste“ empfängt, in dieser Saison übrigens an einem neuen Schauplatz etwas fernab des Senders im Faulenquartier – erstmals im Rangfoyer des Theaters am Goetheplatz nämlich. Katrin Krämer und Otmar Willi Weber, die Moderatoren, begrüßen ihre Gäste dort an den „Sommergast“-Sonnabenden jeweils in der Zeit von 11 bis 12 Uhr. Im Radio sind die Gespräche nicht live zu hören, sondern etwas zeitversetzt – ab 13.05 Uhr, um genau zu sein. Die „Sommergäste“ kommen in diesem Jahr am 13., 20. und 27. August sowie am 3. September. „Der Eintritt ist wie immer frei“, heißt es beim Sender.

Zum Auftakt am 13. August wird Moderator Weber den Schriftsteller Veit Heinichen zum neuesten Fall seines Kommissars Laurenti befragen, Titel des Buchs: „Die Zeitungsfrau“. Wie in fast allen Romanen des Wahl-Italieners mit badischen Wurzeln geht es um organisiertes Verbrechen, alte Rechnungen und um die „feine Gesellschaft“ Triests. „Alle Heinichen-Romane erzählen von den langen Schatten der Geschichte, von Rassismus, Korruption, Handel mit Menschen, Organen und Waffen“, heißt es in einer Vorschau.

Am 20. August begrüßt Moderatorin Krämer die Schauspielerin Maria Schrader, die in diesen Wochen als Regisseurin des Kinofilms „Vor der Morgenröte“ über das letzte Kapitel im Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig (1881 bis 1942) für Aufsehen sorgt. Schrader hat sich nach ihrer Ausbildung in Wien schnell einen Namen gemacht auf den Bühnen in Hannover, Wien, Venedig, Bonn – und seit 2013 als Ensemblemitglied des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, wo sie gegenwärtig in dem Stück „Der Gott des Gemetzels“ zu sehen ist.

Reichlich bremische Vergangenheit bringt der „Sommergast“ am 27. August mit – mit dem Schauspieler Rolf Becker wird (praktisch am Originalschauplatz) das legendäre Bremer Theater der 60er Jahre lebendig. 1963 hatte es Becker an die Weser gezogen – zu den Theater-Rebellen Kurt Hübner und Peter Zadek, die alle Konventionen brechen wollten und damit das prägten, was als „Bremer Stil“ längst Theatergeschichte geworden ist.

Becker, der sich als politischer Schauspieler verstand (und versteht), leitete am Goetheplatz einige wilde Jahre lang die Opernsparte. 1969 flog er nach einem Theaterstreit raus – und arbeitet seither freiberuflich. Die größten Erfolge feierte er am Thalia Theater und am Schauspielhaus in Hamburg, seinem Wohnort. TV-Zuschauer kennen ihn aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“.

Der letzte Sommergast am 3. September hat den weitesten Weg nach Bremen: Julio Segador, ARD-Korrespondent für Südamerika, reist aus Buenos Aires an. Seit fünf Jahren berichtet er für die ARD aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile und Uruguay, aus einem riesigen Gebiet von der Karibik in Kolumbien bis zur Antarktis. Ganz aktuell hat er dann seine Eindrücke von den Olympischen Spielen in Rio im Gepäck.

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