Jungunternehmer mit Geschmack

Besonderer Snack: Erdnuss an scharfer Chili

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Jungunternehmer und Alleskönner: Kevin Drasl röstet nach eigenem Rezept Nüsse mit außergewöhnlichen Gewürzmischungen. Bis er den richtigen Dreh heraus hatte, experimentierte er monatelang in der Küche seiner Eltern. 

Bremen - Von Nina Seegers. Die Cashew kommt in einem Zimt-Curry-Gewand daher und hinterlässt einen bitter-süßen Geschmack, die Erdnuss hingegen ist von scharfer Chili, kräftigem Knoblauch und rauchiger Paprika ummantelt. Ob „Ilya’s Grillfeuer”, „Sita’s Goldcurry”, „Yui’s Morgentau” oder „Rossi’s Kräutergarten” – die gerösteten Nüsse, die Kevin Drasl herstellt, sind unfassbar lecker und obendrein gesund.

Etwas Vergleichbares wie „Die Gewürznuss” sucht man im Supermarktregal vergeblich. Denn sie wartet nicht nur mit einer ganz besonderen Gewürzmischung auf, die für wahre Geschmacksexplosionen sorgt, sondern ist – im Gegensatz zu industriell gefertigten Knabbernüssen – ohne Zuckerzusatz, Emulgatoren sowie tierische Bestandteile und wird sogar ohne Öl geröstet. Bis der 25-Jährige den richtigen Dreh raus hatte, hat er monatelang experimentiert und die Küche seiner Eltern völlig auf den Kopf gestellt.

In Marokko inspiriert

Die Idee, diese speziellen Nüsse auf den Markt zu bringen, kam dem gebürtigen Bremer in Marokko. „Ich habe nach meinem BWL-Studium in München ein Jahr lang in Casablanca gelebt, dort ist es üblich, als Snack zwischendurch Nüsse zu essen.” Außerdem gebe es auf den Märkten eine unglaublich große Vielfalt von Gewürzen, so Drasl weiter. Während er in Nordafrika für die Deutsche Außenhandelskammer arbeitete, begann er in seiner Freizeit, für Freunde und Kollegen selbstgewürzte Nüsse zu rösten.

Zurück in Bremen, ließ ihn diese Idee nicht mehr los. Drasl entwarf ein eher ungewöhnliches Geschäftskonzept, das so mancher Experte von vornherein zum Scheitern verurteilt hätte. „Ich habe mich natürlich ausführlich informiert und mich von vielen Seiten beraten lassen, bevor ich mein kleines Unternehmen gegründet habe, um am Ende doch alles über den Haufen zu werfen.”

Drasl wollte keine Kompromisse eingehen. Der BWLer verwarf eine klassische Kosten-Nutzen-Kalkulation. Natürlich wolle er mit der „Gewürznuss” Geld verdienen, das stehe aber nicht an erster Stelle, betont er. Drasl stellt die Qualität des Produkts in den Vordergrund. Er ist ein Perfektionist und offenbar ein Alleskönner, denn er macht alles selbst: vom Rezeptentwurf über ein enorm aufwendiges Herstellungsverfahren bis hin zur hübschen Verpackung, Etiketten-Design, Internetauftritt und Vertrieb.

60 Läden verkaufen die Nüsse

Sein Engagement zahlt sich aus. Seinen Lebensunterhalt kann Drasl, der nebenbei noch als Finanzbuchhalter arbeitet, zwar noch nicht mit der „Gewürznuss” bestreiten, aber er ist auf einem guten Weg. „Als ich vor einem Jahr anfing, gab es meine Nüsse in zwei Bremer Feinkostläden zu kaufen. Mittlerweile führen mehr als 60 Läden deutschlandweit meine Produkte”, berichtet er stolz.

Eigene Produktionsräume hat Drasl noch nicht. Zwei- bis dreimal pro Monat mietet er sich in der Kulturküche am Teerhof ein und produziert dort in Zwölf-Stunden-Schichten von seinen vier unterschiedlichen Nusssorten jeweils fünf bis acht Kilo Nüsse.

Drasls Nuss-Spezialitäten gibt es nur in ausgewählten Feinkostläden und Weinhandlungen (zum Beispiel in dem Weinfachgeschäft „Viva” am Marktplatz in Weyhe) und in Drasls Online-Shop.

www.diegewuerznuss.de

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