„Sommermomente“: Bootstouren auf der Wümme mit und ohne Picknickkorb

Mit Entenjägern übers Wasser

Bootfahren, picknicken und die Natur vom Wasser aus genießen – bei Ulrike Ramke kann man sich hochwertige Holzboote für Trips auf der Wümme leihen. - Foto: Seegers

Bremen - Von Nina Seegers. Im Schatten einer mächtigen Birke watschelt eine zahme Entenfamilie laut schnatternd am Ufer der kleinen Wümme entlang, während Ulrike Ramke ein frisch lackiertes Holzkajak aus der Scheune in Richtung Wasser schiebt. Es ist heiß und sonnig an diesem Tag. Wenn der Hochsommer beginnt, hat das Bootshaus Ramke mit dem Verleih von Kajaks, Kanus und Entenjägern alle Hände voll zu tun.

Ganz idyllisch gelegen, und doch nur einen Katzensprung von der Bremer Innenstadt entfernt, befindet sich das Bootshaus in Nachbarschaft zur Universität Bremen inmitten eines Kleingartengebiets. „Mein Großvater war Bootsbauer und hat das Gelände hier 1930 gepachtet. 1965 hat mein Vater das Geschäft übernommen und vor 20 Jahren bin auch ich mit ins Geschäft eingestiegen”, erzählt Ulrike Ramke, während sie den Einerkajak auf der Wiese abstellt. Sie selbst ist keine Bootsbauerin, hatte aber vor rund 15 Jahren die Idee, Kajaks, Kanus und kleine Motorboote zu verleihen. Heute vermietet Ramke ausschließlich hochwertige Holzboote. „Ach, die Plastikschüsseln mag ich einfach nicht”, sagt sie lachend. Zur Auswahl stehen insgesamt acht Zweier- und Einerkajaks, ein Vierer-Kanu sowie drei Entenjäger. Letztgenannte sind zwei PS-starke Motorboote, die nach einem historischen Grundriss der früheren Schlickrutscher in der hauseigenen Werft gebaut wurden. „Mit diesen Booten ging man früher auf Entenjagd – daher der Name. Die Jäger fuhren mit den flachen Booten ins Schilf, scheuchten die Enten auf und erschossen sie dann”, sagt Ramke.

Auch Ramke selbst schippert regelmäßig mit dem Boot über die Wümme. „Die Wümmelandschaft ist schon einzigartig. Die Natur ist traumhaft und wenn man Glück hat, kann man seltene Tiere beobachten.” So will Ramke in Zukunft auch expertengeführte Touren durch die Natur in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband BUND anbieten. „Das ist die Idee von Jens Emigholz und Roland Schulze, die uns außerdem auf Nachfrage mit Picknickkörben beliefern”, sagt Ramke. Denn wer will, kann in Verbindung mit dem Entenjäger auch gleich einen Picknickkorb dazubestellen.

Ramke kennt viele schöne Touren zu Wasser: Wer nur mal kurz raus will, bleibt auf der kleinen Wümme und fährt vom Ramkes Bootshaus aus bis zur Schleuse Kuhsiel (ohne Pause dauert diese Tour etwa zwei Stunden). Etwa doppelt so lang ist die Tour in die andere Richtung, bis nach Dammsiel. Und wer einen ganzen Tag auf dem Wasser verbringen will, dem empfiehlt Ramke, raus auf die große Wümme zu fahren. „Unterwegs kommt man an wunderschönen Gastronomiehöfen vorbei, wo man sich stärken und eine Pause einlegen kann.”

Früher gab es viele Bootsbauern, an der kleinen Wümme. Das Bootshaus Ramke ist jedoch der letzte übriggebliebene Bootsbaubetrieb. Daher ist es umso schöner, dass Ulrike nach dem Tod ihres Vaters die Werkstatt an einen jungen Bootsbaumeister vermieten konnte, der die Tradition ein Stück weit aufrecht erhält. „Green Boats” heißt diese „erste nachhaltig orientierte Bootswerft in Deutschland”, sagt der Inhaber Friedrich Deimann. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…

www.bootshaus-ramke.de

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