Serie „Mein Kunst-Stück“ mit Karl-Heinz Kühnke

Empfundene Natur

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Kühnkes Kopfweiden sind mehr als eine Landschaftsabbild.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Kopfweiden an der Weser“ heißt Karl Heinz Kühnkes Bild, das er in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Das impressionistische Ölbild ist Teil einer Serie von Natur- und Kulturlandschaften entlang der Weser.

Die „Kopfweiden“ mag Karl-Heinz Kühnke wegen ihrer impressionistischen Anmutung. Sie entstanden schnell und sind „a la prima“, direkt gelungen, erzählt der Maler. „Das ist etwas, was ich immer anstrebe.“ Farbe, Licht und Schatten seien hier gelungen. Er arbeitet gern experimentell und draußen. Mit der Leinwand in der Natur ist er gezwungen, sich zu konzentrieren. Ziel ist es, die geweckten Empfindungen künstlerisch umsetzen. Selbst bei ein paar Regentropfen könne er mit Ölfarbe draußen arbeiten. Sie ist ihm mittlerweile am liebsten. „Mit ihr kann ich die Farben eins zu eins setzen“, erklärt der Maler, „bei Acrylfarben, die nachdunkeln, muss ich diese Abweichung mit einberechnen.“

Bilder haben eine eigene Aussage

Kühnkes Bilder sind Stimmungen in Licht und Farbe. Besonders an Darstellungen vertrauter Motive wird deutlich, dass sie keine reinen Abbilder sind – sie haben eine eigene Aussage. Die Szenen wecken Assoziationen, Erinnerungen an Klängen, Gerüche oder Erlebnisse. „Für mich ist der Impressionismus der Anfang der Moderne“, sagt Kühnke, „er war etwas ganz Neues und hatte großen Einfluss auf die weiteren Entwicklungen von Monet bis heute.“

Der Weg zur Malerei eröffnete sich dem Ingenieur und Lehrer erst spät: „Falls es bei mir als Kind etwas Talent gab, lag es wegen des Berufs lange im Tiefschlaf.“ Als er aus gesundheitlichen Gründen sein Leben neu gestalten musste, begann er Philosophie und theoretische Kunst zu studieren. Die ersten praktischen Kunstkurse belegte er in Bildhauerei. Er begann zu zeichnen und besuchte Akademien. In Worpswede besorgte er sich ein Atelier in einem alten Kälberstall. Es war sein Rückzugsort. Seit drei Jahren ist er Mitglied der Worpsweder Galerie „Art 99“.

Reiseziele bestimmt Kühnke nach Ausstellungen an diesem Ort

Dank einer gesicherten finanziellen Basis ist der Verkauf seiner Bilder für Kühnke nicht von primärer Bedeutung. Der Bremer möchte nicht dem Markt, sondern seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden. „Außerdem wollte ich mit meiner Malerei aber auch bewusst einen Kontrapunkt setzen“, erklärt er. Ende der 80er Jahre habe man in vielen Medien das „Ende der Malerei“ verkündet. Künstler wie Gerhard Richter hätten vorgemacht, dass traditionell und experimentell vereinbar seien.

Die Kunst ist der zentrale Mittelpunkt Kühnkes Lebens. Seine Reiseziele bestimmt er oft nach aktuellen Ausstellungen an diesem Ort. Die Kunst biete die Möglichkeit, sich über eine geschaffene Wirklichkeit mit der realen Welt zu konfrontieren, etwa durch ein Landschaftsbild. Denn die komplexe Szene wurde vom Künstler wahrgenommen, reduziert und so zu etwas Neuem.

Zu den Künstlern, die für Kühnke besonders bedeutend sind, zählen der Franzose Édouard Manet (1832 bis 1883) und der russische Maler Ilja Repin (1844 bis 1930). Manet ist für den Bremer einfach ein zeichnerisches Genie. An Repins großformatigen Gemälden bewundert der Bremer, wie jedem einzelnen Charakter ein Stück Seele eingehaucht wurde.

Wenn Kühnke jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge ein Werk aus seiner kleinen Fußballerserie an den SV Werder Bremen – zum Klassenerhalt in der vergangenen Saison. Kühnke zeigt vom 2. November bis 23. Dezember mit weiteren Künstlern Werke zum Thema Sport in der City-Galerie im Hanseatenhof 9.

Mehr zur Serie „Mein Kunst-Stück“

Rudolph Bauer: „Natura morta“

Ursula Jaeger: „Arche“

Christine Vogelsang: „Rosa“

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