Senatsempfang im Rathaus

DRK: Eine Säule des sozialen Lebens der Stadt

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Rotkreuzler in Hastedt anno 1910. Das lag die Gründung des „Hülfsvereins für verwundete Krieger“ schon einige Jahrzehnte zurück.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Es begann am 2. Juli 1866, als engagierte Bremer den „Hülfsverein für verwundete Krieger“ gründeten. Damit war eine Idee des Schweizer Humanisten und Geschäftsmanns Henry (auch: Jean-Henri) Dunant (1828 bis 1910) in Bremen angekommen – die Idee des Roten Kreuzes. 150 Jahre ist das jetzt her. Zum Jubiläum gibt es heute einen Senatsempfang im Bremer Rathaus.

Der Bremer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat heute 824 hauptamtliche und 1 543 ehrenamtliche Mitarbeiter. Hinzu kommen, so der Bremer DRK-Sprecher Lübbo Roewer, insgesamt 6 865 Fördermitglieder. Das Rote Kreuz hat mit seinen sechs Rettungswachen und zehn Wagen – statistisch betrachtet – einen Anteil von 37,9 Prozent am Bremer Rettungsdienst.

Ein Rotkreuz-Küchenwagen, wie er bei der Flutkatastrophe im Jahr 1962 eingesetzt wurde.

Es erledigt durchschnittlich gut zehn Blut- und Organtransporte pro Tag, unterhält Kinder- und Jugendeinrichtungen ebenso wie Begegnungsstätten und kümmert sich an 18 Schulen um den Sanitätsdienst. Und so weiter, und so fort. Kurzum – das Rote Kreuz ist aus dem sozialen Leben der Stadt nicht wegzudenken, es ist eine tragende Säule dieses Lebens. Vieles wird durch Einsatz und Engagement der „Rotkreuzler“ erst möglich – buchstäblich von A bis Z, von der Arbeit in der Altenpflege bis zum Engagement in der Zirkusschule.

Verpflichtet sind die Bremer „Rotkreuzler“ dabei – wie alle anderen weltweit auch – den sieben Grundsätzen der Rotkreuz-Bewegung: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität.

Werte, die den Bogen bilden zu den Anfangstagen des Roten Kreuzes. Anno 1859 hatte Dunant erlebt, wie die Streitkräfte Kaiser Napoleons III. und Kaiser Franz Josephs von Österreich in der Schlacht von Solferino gegeneinander antraten. 40 000 Soldaten kamen ums Leben, etliche erlitten schwere Verletzungen.

Dunant half dabei, sie zu versorgen. Das Erlebte beschäftigte ihn weiter. Er empfahl den Nationen, in Friedenstagen engagierte Menschen zu finden, die in Krisen-, Katastrophen- und Kriegszeiten Verletzten helfen können. Aus der Empfehlung erwuchs 1863 eine Organisation, die bald den Namen „Rotes Kreuz“ trug.

Der Präsident sammelt Spenden

Und in Bremen eben drei Jahre später unter dem Namen „Hülfsverein für verwundete Krieger“ gegründet wurde. Eine der treibenden Kräfte ist Dr. Emil Meinertzhagen, Präsident der Bürgerschaft. Der Verein kümmert sich zunächst vornehmlich darum, Spenden zu sammeln. 1868 wird er umbenannt. Nun heißt er „Bremischer Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“.

So sahen um 1920 die ersten Rettungswagen aus.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 sorgen die Bremer für materielle Zuwendungen an Verwundete und Kranke, berichtet DRK-Sprecher Roewer. In späteren Jahren entstehen „Sanitätskolonnen freiwilliger Krankenträger und -pfleger“. Zudem kommt 1871 der Bremer Zweig des „Vaterländischen Frauenvereins“ hinzu, der sich in Krankenhäusern und Kolonnen engagiert. Der „Vaterländische Frauenverein“ und der „Bremische Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“, die beiden Bremer Rotkreuz-Organisationen, gehören auch zu den tragenden Kräften bei der Gründung des Rot-Kreuz-Krankenhauses in der Neustadt. Mit 30 Betten öffnet das „interkonfessionelle Vereinskrankenhaus“ im Jahr 1876 – ein prägendes Ereignis für die Neustadt.

Anfang der 20er Jahre wachsen die Vereine zum „Bremer Landesverein vom Roten Kreuz“ zusammen. Längst ist das Rote Kreuz auf dem Weg, sich zu einem Wohlfahrtsverband mit – wie man heute formulieren würde – umfangreichem Leistungsspektrum zu entwickeln.

NS-Staat zerstört Strukturen

Der NS-Staat zerstört diese Strukturen. Im ganzen Land wird das DRK schrittweise gleichgeschaltet – um vom Wohlfahrtsverband in einen Sanitätsdienst der Wehrmacht umgewandelt.

Nach Kriegsende wird der „Landesverein vom Roten Kreuz“ noch im Jahr 1945 neu gegründet. Die Kreisverbände Bremerhaven und Bremen folgen 1947 und 1949. Einen Bremer DRK-Landesverband gibt es seit 1953.

In den 60er Jahren verstärken sich die Aufgaben, die „Rotkreuzler“ im Sanitätsdienst und im Katastrophenschutz übernehmen – ein markantes Beispiel sind die Einsätze bei der großen Flutkatastrophe von 1962. In den 70ern wachsen die Aufgaben vor allem im Bereich der Sozialarbeit. Was heute im Bremer Rathaus gefeiert wird, ist – um noch einmal Roewer zu zitieren – ein „Full-Service-Hilfsverband“.

www.drk-bremen.de

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