Straßenbahnlinien 1 und 8 durch Bremen, Stuhr und Weyhe

„Ein Meilenstein“

Die Straßenbahnlinie 8 soll irgendwann bis nach Leeste in der niedersächsischen Gemeinde Weyhe fahren. Bremen hat gestern den Planfeststellungsbeschluss für die Verlängerung vorgelegt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das Bau- und Verkehrsressort hat am Mittwoch den Planfeststellungsbeschluss für die Verlängerung der Straßenbahnlinien 1 und 8 vorgelegt. Damit rückt die seit Jahren diskutierte rund zehn Kilometer lange Trasse durch Bremen, Stuhr und Weyhe ein Stückchen näher. Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) bezeichnete den Beschluss gar als „einen Meilenstein für die bremische Verkehrspolitik“. Niedersachsen hat den entsprechenden Beschluss bereits 2013 gefasst.

Für die Straßenbahnprojekte Linie 1 nach Mittelshuchting und Linie 8 nach Stuhr und Weyhe sei es „ein wichtiger Tag auf dem Weg zur Umsetzung dieser bedeutenden ÖPNV-Maßnahme in der Region Bremen“, betonte Lohse. Sein Ressort ist die zuständige Planfeststellungsbehörde. Die Linie 1 soll den Plänen nach bis Mittelshuchting fahren, die Linie 8 bis ins niedersächsische Umland über die Gemeinde Stuhr nach Leeste in der Gemeinde Weyhe (Verlängerung Süd).

Bisher fahren beide Linien bis zum Roland-Center in Huchting. Die verlängerte Linie 1 bekommt nach Angaben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sechs neue Haltestellen in Bremen, zwei davon gemeinsam mit der Linie 8. Im weiteren Verlauf folgen auf der Trasse 13 weitere Haltestellen bis Leeste. Die Strecke ist 9,6 Kilometer lang. Die Trasse für die Linie 8 im Umland muss nicht komplett neu gebaut werden, sondern führt laut BSAG zum großen Teil über die nicht mehr genutzte Strecke der Bremen Thedinghauser Eisenbahn (BTE). Die Kosten in Höhe von rund 90 Millionen Euro für die komplette Maßnahme tragen Bund (zu 60 Prozent), Länder und Kommunen. Es gibt in der Bevökerung sowohl Befürworter als auch Gegner der Verlängerung.

Lohse betonte ebenso wie BSAG-Vorstand Hans Joachim Müller, die Erweiterung des Straßenbahnnetzes habe eine große Bedeutung für das Zusammenwachsen in der Region. „Die Verbindung in die Nachbargemeinden Stuhr und Weyhe bedeutet eine erhebliche Verbesserung der nachhaltigen Mobilität in Bremen und umzu“, so der der Senator gestern. Müller sprach von einem „Meilenstein für den ÖPNV“. Die Bürgermeister der Gemeinde Stuhr, Niels Thomsen, und der Gemeinde Weyhe, Andreas Bovenschulte, begrüßten den Planfeststellungsbeschluss: „Damit haben wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zum Bau der Straßenbahnstrecke getan. Für eine attraktive Region ist diese Straßenbahnverbindung ein Schlüsselprojekt mit Vorbildcharakter.“

Die Verlängerung der Linien 1 und 8 mache den ÖPNV attraktiver, weil sich die Reisezeit von Mittelshuchting in die Innenstadt verkürze und das Umsteigen am Roland-Center entfalle, sagte Lohse. Und: „Die Bremer Innenstadt kann bequem und umsteigefrei mit der Straßenbahn erreicht werden. Berufspendler, Wirtschaft und Einzelhandel werden davon profitieren. Auch als Wohnstandort wird Huchting durch den Straßenbahnausbau deutlich attraktiver.“

Die Linie 1 in Bremen soll von der derzeitigen Endhaltestelle am Roland-Center über Willakedamm, einen Abschnitt der Bremen Thedinghauser Eisenbahn und der Heinrich-Plett-Allee bis zur Huchtinger Heerstraße (3,5 Kilometer) führen, die Verlängerung der Linie 8 über die BTE-Trasse bis zur Varreler Landstraße (Landesgrenze Bremen/Niedersachsen) und dann weiter bis nach Leeste.

Die FDP hält die Verlängerung für unnötig. „Angesichts leerer Kassen sollte Bremen sein Geld besser investieren. Und wenn nur so wenig Fahrgäste umsteigen wie in Lilienthal, gehört hinter das ganze Projekt ein großes Fragezeichen“, sagte Magnus Buhlert für die FDP-Fraktion.

Der Planfeststellungsbeschluss mit Rechtsbehelfsbelehrung liegt ab heute, Donnerstag, bis 16. Juni beim Bausenator, Contrescarpe 72, im Foyer von 9 bis 15 Uhr aus (außer am Wochenende). Zeitgleich liegen die Papiere auch in den Rathäusern der Gemeinden Stuhr und Weyhe aus. Gegen den Beschluss kann Klage beim Oberverwaltungsgericht Bremen erhoben werden.

Baugebinn Anfang 2017?

Die Verlängerung der Straßenbahnlinien 1 und 8 über das Roland-Center hinaus bis nach Weyhe-Leeste wird laut Bauressort insgesamt rund 90 Millionen Euro kosten. Für die Trasse auf niedersächsischem Gebiet, die größtenteils auf der Strecke der Bremen Thedinghauser Eisenbahn (BTE) verläuft, wird mit Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro gerechnet. Die Verlängerung in Bremen wird mit etwa 60 Millionen Euro veranschlagt, weil zum großen Teil eine neue Trasse entsteht und die Strecke zum Teil zweigleisig wird. Die Verlängerung der Linie 8 umfasst 9,6 Kilometer und liegt bis auf ein Stück in Niedersachsen. Die Verlängerung der Linie 1 hingegen liegt mit ihren 3,5 Kilometern komplett auf Bremer Gebiet. Das Bauressort geht davon aus, dass Einwände gegen das Vorhaben keine aufschiebende Wirkung haben und mit den Vorarbeiten (Leitungen, Baumfällungen etc.) bereits Anfang 2017 begonnen werden kann. Gestartet werden soll mit der Linie 8. Noch sind nicht alle notwendigen Grundstücke gekauft. Mit der Fertigstellung des Mammutprojektes rechnet das Ressort für Ende 2019, wie ein Sprecher am Abend sagte. J gn

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