Kindercasting im Bremer Musicaltheater

Mit Ehrgeiz auf die Bühne

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Louis (von vorne), Vincent und Simon mit Kindercoach Jana Nagy beim Casting für das Udo-Jürgens-Musical.

Bremen - Von Viviane Reineking. Den Blick unsicher auf den Boden gerichtet, stimmen sie gemeinsam Udo Jürgens’ Klassiker an: „Ihr werdet Euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin, sobald der Stress vorbei ist, dann lang ich nämlich hin, o-ho, o-ho, o-ho...“. Vom Ruhestand sind Simon Seekamp (zwölf Jahre) aus Oyten, Vincent Gotthelf (10) aus Martfeld und Louis Tyrakowski (9) aus Stuhr zwar noch ganz weit entfernt. Trotzdem gibt es einen wichtigen Grund, warum sie den beliebten Schlager „Mit 66 Jahren“ zum Besten geben.

Die drei Nachwuchstalente haben am Donnerstag an einem Casting im Bremer Musicaltheater teilgenommen. Gesucht wird für das Gastspiel von „Ich war noch niemals in New York“ die Besetzung für die Rolle des witzigen und vorlauten „Florian“. Zu sehen ist das Musical vom 17. September bis zum 9. Oktober im Theater am Richtweg.

Rund 40 Jungen aus Bremen und dem Umland hatten sich beworben, 19 nutzten die Gelegenheit am Donnerstag, dem künstlerischen Leiter der Produktion, Michael Eisenburger, und Kindercoach Jana Nagy ihr Können zu präsentieren. Die Besten treten am heutigen Freitag im „Re-Call“ an, am Ende werden fünf oder sechs Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren die Chance bekommen, zweimal pro Woche den Sohn des Hauptdarstellers zu spielen. „Keine leichte Aufgabe, denn die Kids stehen mehr als zwei Stunden auf der Theaterbühne und müssen etwa 15 Seiten Text auswendig lernen“, so Nagy. „Da müssen sie schon Ehrgeiz mitbringen.“

Als Sylvia Tyrakowski ihrem Sohn vom Casting erzählte, „war Louis sofort Feuer und Flamme“. „Aufgeregt“ sei er, erzählt der Neunjährige kurz bevor es losgeht. Vincent dagegen hat den Tipp, sich zu bewerben, von seiner Musiklehrerin bekommen. Und Simon spielt sogar regelmäßig Theater und in einer Band.

Im Probenraum des Musicaltheaters heißt es dann, den vorbereiteten Udo-Jürgens-Hit möglichst überzeugend rüberzubringen. Michael Eisenburger muss die Jungs noch ein wenig ermuntern: Ihr könnt ruhig lauter singen – und dazu Luftgitarre spielen.“ Jana Nagy zeigen die drei noch, dass sie auch schon ein paar Tanzschritte draufhaben. „Das Schwierigste ist für sie immer, Tanz und Gesang zusammenzubringen“, so Eisenberger, der sich einen Eindruck davon machen will, ob die Jungs die Töne treffen und Rhythmusgefühl haben.

Die Jungen jedenfalls sind mit sich zufrieden. „Ich habe viel gelernt, zum Beispiel, dass ich lauter singen muss“, weiß Vincent, der später einmal Schauspieler werden möchte. „Ich kann mich nicht so gut einschätzen“, sagt Simon, „aber die Rolle des ,Florian’ passt gut zu mir – ich bin auch oft ziemlich cool und ein bisschen angeberisch.“ Nicht so schlimm, falls es nicht klappen sollte mit der Rolle: „Dann mache ich trotzdem weiter!“

Karten für das Musical gibt es übrigens in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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