1.200 Unterschriften für Erhalt gesammelt

Doch noch Hoffnung für die Rennbahn?

Pferdesport auf der Galopprennbahn: Gibt es das 2018 nicht mehr? - Foto: Rühl/Rennverein

Bremen - Die Sache schien klar: Bremen braucht Wohnraum und die Galopprennbahn muss weichen. Das stößt aber unter Reitfreunden und auch im Stadtteil auf Widerstand. Der Beirat fühlt sich übergangen.

„Als wir Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Planungen geäußert haben, sagte uns das Wirtschaftsressort, das sei bereits eine beschlossene Sache“, sagt Jörn Hermening, Leiter des Ortsamts. Nun beschloss der Beirat, von seinem Recht Gebrauch zu machen, eine Planungskonferenz einzuberufen. 

„Dann ist die Verwaltung verpflichtet, mit dazuzukommen“, so Hermening. Das soll natürlich vor dem Planaufstellungsbeschluss geschehen und damit auch vor der Erklärung der Kündigung des Pachtvertrages mit dem Betreiber, dem Rennverein.

Der Beirat will nicht nur über die Zukunft der Rennbahn diskutieren, sondern ein Gesamtkonzept für den Wohnungsbau erreichen. Zum Thema werden dann auch die Gebiete Dietrich-Wilkens-Straße, das kürzlich geschlossene Coca-Cola-Werk und das Könecke-Gelände.

Auf die Frage, ob das Wirtschaftsressort die Ergebnisse einer solchen Konferenz nicht ignorieren kann, antwortet Hermening: „Ja, das könnte es. Allerdings wäre das dann eine gewaltige Missachtung des Stadtteils.“ Bernd Scheele, Vorsitzender des Galopp-Clubs Bremen, möchte die Politik ebenfalls zum Umdenken bringen. 

Er hat 1.200 Unterschriften für den Erhalt der Rennbahn gesammelt. „Wir sind entsetzt über das Vorhaben, dort Häuser zu bauen“, sagt er. Die gesammelten Unterschriften hat Scheele bereits an den Bremer Rennverein weitergegeben. „Die Politik muss wissen, dass sie mit uns so nicht umspringen kann“, sagt er.

Insgesamt ist Scheele aber auffällig gelassen. „Wir wollen die Pferde nicht wild machen. Es ist noch ein langer Weg bis zu der Entscheidung“, sagt er. „Um eine Kündigung auszusprechen, muss ein Bebauungsplan vorliegen und der muss mit vielen abgestimmt werden.“ 

Frank Lenk, Vorsitzender des Bremer Rennvereins, erlebt auch ein großes Interesse an der Zukunft der Rennbahn. „Uns sprechen viele aus der Bevölkerung an, die sich den Erhalt der Bahn wünschen“, sagt er. Es gebe auch Überlegungen, die Rennbahn zu verkürzen oder das Gelände für weitere Nutzungen heranzuziehen. - mko

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