Mittelstandsstudie der Commerzbank: Unternehmen erwarten Zuwachs an Arbeitsplätzen

Digitaler Wandel als Herausforderung

Stefan Burghardt präsentierte gestern die neue Mittelstandsstudie. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Mittelständische Unternehmen in Bremen und Niedersachsen sehen den digitalen Wandel als Chance, setzen aber noch nicht so stark auf die Digitalisierung wie etwa Berlin oder Bayern. Das geht aus der neuen Mittelstandsstudie hervor, die Stefan Burghardt, Niederlassungsleiter der Mittelstandsbank Bremen bei der Commerzbank, gestern vorstellte.

Die sogenannte „digitale Transformation“ wird der Studie mit dem Titel „Unternehmen Zukunft: Transformation trifft Tradition“ zufolge im norddeutschen Mittelstand zu mehr Arbeitsplätzen führen. Dabei setzen die Unternehmen aktuell vor allem auf die Verbesserung ihres bestehenden Angebots, erwarten aber positive Effekte bei der Beschäftigung durch Wachstum und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder, heißt es.

Befragt wurden im Auftrag der Commerzbank-Initiative „Unternehmer-Perspektiven“ 363 mittelständische Unternehmen aus Bremen und Niedersachsen, deutschlandweit waren es 4.000.

Der digitale Wandel eröffne Geschäftsfelder, für die qualifizierte Fachkräfte gefragt seien, außerdem stellen neuen Technologien neue Anforderungen an die Mitarbeiter, so Burghardt. 68 Prozent der Befragten in Bremen und Niedersachsen sehen eine verschiedenartige und altersgemischte Belegschaft als Stärke und liegen damit etwa im Bundesdurchschnitt. Mehr Bereitschaft für lebenslanges Lernen erachten 66 Prozent (69 Prozent) als wichtig. „Deshalb sehen viele hiesige Unternehmen das Management von Diversität und Weiterbildung zu Recht als Herausforderung an.“ Die Unternehmen suchen für den digitalen Wandel also nach qualifiziertem Personal – und gehen bei der Rekrutierung immer öfter neue Wege. Sie kooperieren etwa mit Universitäten und Hochschulen, stellen Praktikumsplätze, unterstützen Studenten bei Auslandsaufenthalten und investieren in digitale Start-ups, so Burghardt.

Bei der bestehenden Belegschaft sehen die Befragten ein starkes Interesse an Weiterqualifizierung und den Wunsch, mehr in Entscheidungen einbezogen zu werden, Die digitale Transformation erfordere daher einen Führungsstil, der die Mitarbeiter mitnehme, so Burghardt. „Deren Wunsch, beteiligt zu werden, sollte eine Ermutigung sein, neue berufliche Perspektiven, flachere Hierarchien und ein innovativeres Klima im Unternehmen zu etablieren.“ Führungskräfte werden stärker als Motivatoren und Moderatoren gefragt sein, sagen 93 Prozent der Unternehmen. „Sie werden ihr Verhalten fundamental ändern müssen“, so Burghardt. Für diesen permanenten Veränderungsprozess sei oft eine externe Begleitung nötig.

Und noch ein Ergebnis der Mittelstandsstudie: Unternehmen, die heute von der Digitalisierung geprägt sind, ermöglichen ihren Mitarbeitern mehr Flexibilität, etwa bei ihrer Planung des Arbeitstages und bei betrieblichen Auszeiten. Um den Mittelstand beim digitalen Wandel zu unterstützen, seien Banken heute zunehmend auch als Netzwerker gefragt.

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