Betrieb eingestellt

Coca-Cola in Bremen: Die letzte Flasche läuft vom Band

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Coca-Cola hat am Mittwoch zum letzten Mal in Bremen produziert.

Bremen - Die letzte Flasche ist vom Band gelaufen. Mitten im Sommer ist es da, das angekündigte Ende einer Ära am Lebensmittelindustriestandort Bremen: Der Getränkehersteller Coca-Cola hat am Mittwoch zum letzten Mal an der Weser produziert.

Die Hansestadt bleibe aber noch bis zum Frühjahr 2017 der Versorgungsstandort für den Großraum Bremen, sagte Unternehmenssprecher Martin Gosen. Wie bisher würden die Kunden in der Region von Bremen aus mit Getränken beliefert. Über die letzte Schicht im Bremer Werk hatte zuerst der NDR berichtet.

Im März war bekanntgeworden, dass Coca-Cola seine Standorte in Bremen und Oldenburg schließen wird. Mit einer „Straffung des Produktionsnetzwerkes“ wolle das Unternehmen auf geänderte Bedingungen am Markt für Erfrischungsgetränke reagieren, hieß es damals.

319 Mitarbeiter betroffen

Von der Schließung in Bremen waren Gosen zufolge 319 Mitarbeiter betroffen. Mit 222 von ihnen seien Aufhebungsverträge geschlossen worden. Viele von ihnen hätten das Unternehmen bereits verlassen oder würden es in Kürze tun. Für die übrigen werde es andere Arbeitsplätze im Unternehmen geben, sagte der Sprecher. „Wir haben keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen müssen.“ Wie viele Mitarbeiter noch bis 2017 in Bremen arbeiten werden, konnte Gosen nicht sagen.

Das Unternehmen will im Frühjahr 2017 einen neuen Vertriebsstandort mit etwa 90 Beschäftigten praktisch vor den Toren Bremens errichten – in Achim. Ein Großteil der Stellen wird dem Sprecher zufolge mit Kollegen aus Bremen besetzt.

Am Vertriebsstandort Oldenburg sind 41 Mitarbeiter von der geplanten Schließung betroffen. Mit 34 von ihnen seien Ausgleichszahlungen vereinbart worden, damit sie das Unternehmen verlassen, sagte Gosen. Sieben Beschäftigte wechseln an andere Coca-Cola-Standorte. In Oldenburg wird noch bis Ende der Woche gearbeitet, dann soll vorerst der Standort Bremen den Vertrieb übernehmen.

3,9 Milliarden Liter im Jahr 2015

Nach eigenen Angaben ist die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH (CCEG) das größte deutsche Getränkeunternehmen. Im Jahr 2015 betrug das Absatzvolumen knapp 3,9 Milliarden Liter. Die CCEG hat etwa 370.000 Handels- und Gastronomiekunden und beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter.

Mit dem Coca-Cola-Rückzug aus Bremen endet ein Kapitel der Bremer Wirtschafts- und Nachkriegsgeschichte. Im August 1947 war die „Bremer Erfrischungsgetränke GmbH“ gegründet worden – als eines der ersten Cola-Werke in Deutschland. Seit 1948 wurde in der Hansestadt Coca-Cola abgefüllt und von Bremens aus bis weit ins Umland ausgeliefert. Es war die Zeit, als die Amerikaner Bremen prägten. Das Bremer Cola-Kapitel begann in der Neustadt, am Kirchweg. Anfangs hatte der Betrieb „fünf Beschäftigte und drei Fahrzeuge“, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011).

Mit der Cola-Abfüllung ging es dann aber sehr schnell voran. Das Werk wurde erweitert und ausgebaut. Ältere Neustadt-Bewohner erinnern sich noch gut an die vielen Cola-Laster, die regelmäßig durch die Wohnstraßen ins Werksnähe fuhren. 1973 hatte die „Bremer Erfrischungsgetränke GmbH“ bereits 240 Beschäftigte. 1979 übernahm Haake-Beck die Mehrheit der Anteile des Unternehmens. Nach der Fusion von Haake-Beck und Beck & Co. (1981) gingen die Anteile auf die nun größere Brauerei über. Der Betrieb wurde auf der Areal der früheren Hemelinger Aktien-Brauerei an der in der Hemelinger Bahnhofstraße verlegt. 2007 hatte die CCEG das Bremer Unternehmen übernommen. 

kuz/dpa

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