Weber besucht Redaktionssitzung in Paris

„Charlie Hebdo“: Macher eingeladen

+
Bürgerschaftspräsident Christian Weber (5.v.l.) in den Redaktionsräumen von „Charlie Hebdo“ in Paris. 

Bremen - Bürgerschaftspräsident Christian Weber hat den Machern von „Charlie Hebdo“ angeboten, politische Karikaturen der Pariser Satirezeitschrift im nächsten Jahr im Haus der Bürgerschaft auszustellen. Der 70-Jährige weilte zu einem eintägigen Blitzbesuch in Paris.

Begleitet wurde Weber unter anderem vom Leiter des Instituts Français Bremen, Philippe Wellnitz. Beide luden zudem ein Mitglied der Redaktion von „Charlie Hebdo“ nach Bremen ein, um hier vier Wochen lang zu leben und zu zeichnen. Der Bürgerschaftspräsident besuchte die Mittwoch-Konferenz der Redaktion in Paris und begrüßte Überlegungen der Verlagsleitung, eine deutschsprachige Ausgabe der Pariser Satirezeitschrift herauszubringen.

„Satire ist ein wichtiges Medium, um sich gegen die Bedrohung der Meinungsfreiheit und Strategien der Einschüchterung zur Wehr zu setzen“, betonte der Präsident. Die Macher von „Charlie Hebdo“ begründeten ihre Überlegung für eine deutschsprachige Ausgabe damit, dass insbesondere in Deutschland die Solidarität weiter anhalte.

Bei dem islamistisch-motivierten Anschlag auf die Zeitschrift am 7. Januar 2015 töteten zwei Täter in den Redaktionsräumen elf Menschen, weitere wurden verletzt. Auf der Flucht brachten die Attentäter einen Polizisten um. Bremen gedachte der Opfer des Anschlags damals mit einer Feierstunde im Haus der Bürgerschaft.

Christian Weber betonte bei seinem Redaktionsbesuch in Paris, selbstverständlich sei die Bürgerschaft ein ernsthaftes Landesparlament, aber stets offen für Witz und Humor. Die von seiner Verwaltung organisierten Karikaturenausstellungen einmal im Jahr seien inzwischen zu einem Markenzeichen des Hauses geworden. Weber äußerte sich betrübt darüber, dass die Beschäftigten bei „Charlie Hebdo“ quasi in einem anonymen Hochsicherheitstrakt hinter mehrfach gepanzerten Türen ihrer kreativen Arbeit nachgehen müssten.

Die Redaktion und mit ihr Frankreich erfuhren nach dem Anschlag weltweit Solidarität. Inzwischen hat sich die Zeitschrift neu aufgestellt. Redakteure gehören zu den Verfassern eines Aufrufs französischer Intellektueller, Widerstand gegen den radikalen Islam zu leisten. Das quittierte Weber mit Respekt.

Die Blattmacher schätzten das Angebot Webers sehr, sagte gestern auf Nachfrage sein Sprecher Horst Monsees. Sie wollen es jetzt genau überdenken, wobei insbesondere auch die Sicherheit bedacht werden müsse. Gleiches gelte für Bremen.

Auf der Kurzreise nach Paris besuchte die Delegation aus Bremen auch die Paula-Modersohn-Becker-Ausstellung in der franzöischen Metropole.

gn

Mehr zum Thema:

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Wintersport in der Skihalle Neuss

Wintersport in der Skihalle Neuss

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Meistgelesene Artikel

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Kommentare