Alternativszenarien für den Verkehr

Soll der Busbahnhof auf die Bürgerweide umziehen?

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Das Fernbus-Terminal am Breitenweg: Die Fahrgäste stehen auf den Bürgersteigen und auf dem Fahrradweg und steigen dort aus oder ein. Studenten schlagen eine Verlegung des Busbahnhofs auf die Bürgerweide vor.

Bremen - Von Nina Seegers. Ewig lange Baustellen, verstaute Straßen, Radfahrer auf Bürgersteigen, Fußgänger auf Radwegen und die Straßenbahn in der Fußgängerzone – es gibt einige Orte in der Stadt, über die die Bremer sich täglich ärgern, weil sie die Verkehrssituation als unbefriedigend empfinden. Angehende Bauingenieure haben jetzt für die Sorgenkinder Obernstraße und das Fernreisebus-Terminal am Breitenweg Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Kontroverse Diskussionen, die Straßenbahn aus der Bremer Fußgängerzone, also aus der Obernstraße, zu verbannen, gibt es ja schon lange. Studenten der Hochschule Bremen des Fachs „Städtebau und Verkehrsplanung“ haben das jetzt zum Anlass genommen, die Lage einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Im Rahmen einer mehr als 200 Seiten langen Semesterarbeit beschreiben sie die historische Entwicklung, die verkehrliche Situation, präsentieren Ergebnisse von Passantenumfragen und spielen alle denkbaren Alternativszenarien zur Straßenbahn in der Fußgängerzone durch.

Am Ende kommen sie zu dem Ergebnis: Die Straßenbahn sollte bleiben. Zwar würden die meisten befragten Passanten die Straßenbahn als störend empfinden, wünschten sich aber trotzdem keine Verlegung des Streckenverlaufs in die Martinistraße.

Auch aus Kostengründen sei eine Alternative zur Straßenbahn oder eine Umleitung dieser nicht ratsam, bilanzieren die Studenten. Stattdessen schlagen sie eine Geschwindigkeitsreduzierung der Straßenbahn vor, farbig markierte Fußgängerquerungen auf Höhe der jeweiligen Haltestellen, um die Fußgängerströme zu strukturieren. Vor allem aber sprechen sie sich für ein generelles Radverbot aus, da sich laut ihrer Beobachtungen viele Radfahrer nicht an das Fahrverbot in der Obernstraße zwischen 11 und 20 Uhr halten und somit für besonders viele Konflikte sorgen.

Zweite Gruppe analysiert Breitenweg-Situation

Eine andere Gruppe von Studenten hat die derzeitige Situation des Fernbus-Terminals am Breitenweg analysiert. Neben der vielbefahrenen Straße befinden sich direkt neben dem Hauptbahnhof nur wenige Bushaltebuchten und keine Warteplätze für Reisende. Die Leute müssen stattdessen auf den Bürgersteigen stehen und auf dem Fahrradweg ein- und aussteigen.

Die Studenten kommen in ihrer Semesterarbeit zu dem Ergebnis, dass „am aktuellen Standort in Bezug auf Haltestellenkapazität, Ausstattungsmerkmal und Sicherheitsaspekte massive Mängel vorliegen, die nur durch weitreichende bauliche Veränderungen zu beheben wären.“ Aufgrund der dichten Bebauung in der Innenstadt seien solche Maßnahmen jedoch nicht oder nur unter „massiven finanziellen Aufwand“ durchführbar. Daher präferieren die angehenden Bauingenieure die Einrichtung eines Busbahnhofs auf der Bremer Bürgerweide.

Zwar müssten dann für Großveranstaltungen wie Freimarkt Ausweichflächen gefunden werden und die Erreichbarkeit sei durch den höhenbeschränkten Gustav-Deetjen-Tunnel und den Findorfftunnel eingeschränkt. „Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die Vorteile der Schaffung eines attraktiven Fernbus-Terminals am Standort Bürgerweide die Nachteile klar überwiegen“, heißt es in ihrem Fazit.

„Mit der Leistung der Studierenden bin ich sehr zufrieden. Die Ideen sind sauber abgewogen und nachvollziehbar platziert. Ich denke, ich kann diese Menschen aufs Berufsleben loslassen“, sagt der Dozent und Bauingenieur Prof. Dr. Carsten Müller.

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