Karawane macht am Hillmannplatz Station

„Street-Food-Karawane“: Burger-Trucks, Tapas und Kutilk

Aioli, Salsa Brava und Co.: Francisco Nunez und Gabriela Tomoziu aus Hannover in ihrem Tapaswagen beim „Street-Food“-Festival am Hillmannplatz. - Foto: Klotz

Bremen - Von Rieke Klotz. Trotz der Kälte haben sich am Wochenende einige Besucher beim „Street-Food“-Festival auf dem Hillmannplatz getroffen – und sich dort mit heißen Spezialitäten aus verschiedenen Ländern von innen gewärmt.

Entgegen dem vegetarischen Trend fallen vor allem die großen und bunten Burger-Trucks sofort ins Auge. Wo sonst Autos wenden, stehen jetzt Bierbänke und zu lauter Musik wird das frisch erworbene Fastfood verspeist. Insgesamt 25 Standbetreiber sind dabei.

Neben handgemachten Pommes, einer „Burrito Bar“ und dem „Hackfleischbaron“ gibt es aber auch eher unbekanntes Essen aus Jerusalem oder spanische Tapas. Francisco Nunez und Gabriela Tomoziu besitzen eine Cateringfirma in Hannover und sind extra nach Bremen gereist, um hier ihre Tapas nach eigenem Rezept unter die Leute zu bringen.

„Unsere Gerichte sind alle selbstgemacht, wir kaufen bei einem spanischen Händler unsere Zutaten und arbeiten ohne Geschmacksverstärker oder ähnliches“, erklärt Tomoziu stolz. Besonders ihre Aioli-Creme und die Salsa Brava schmecken den Gästen, die am Stand schon auf ihre zweite Portion warten. Trotz des Andrangs an ihrem Tapaswagen ist Tomoziu nicht zufrieden mit dem Umsatz. „Wir sind mit dem Gedanken gekommen, dass ein bisschen mehr los ist.“

Auch die Hobbyköche Nurhan und Ebubekir bemerken, dass dieses Wochenende viel weniger los ist. An ihrem türkischen Stand verkaufen sie orientalische Flammkuchen und Kutilk, ein 1 000 Jahre altes Gericht aus Südostanatolien mit Hackfleisch und feinem Bulgur.

„Wenn die Gäste unser Kutilk einmal probiert haben, dann kommen sie immer wieder,“ scherzt Nurhan, „wir hatten schon Bestellungen von zehn Kutilk, die die Leute dann mit nach Hause genommen haben. Aber wegen der Kälte ist hier kaum was los. Ansonsten sind wir nach drei Stunden ausverkauft.“

Kleines Büfett auf dem Teller

Ein paar Schritte weiter steht der Truck von Ketut Bawy. Der gelernte Sanitäter hat innerhalb von 14 Tagen einen fahrbaren Stand organisiert, Gemüse gekauft und in der Nacht vor dem „Street-Food“- Festival gewaschen und geschnitten. Bei ihm gibt es Nasi Campur, was übersetzt gemischter Reis heißt und wie ein kleines Büfett auf dem Teller aufgebaut ist.

„Seit 14 Jahren ist es mein Traum, mit dem Kochen Geld zu verdienen. Jetzt habe ich einfach mal die Chance ergriffen und ich bringe mein Lieblingsessen aus Bali nach Bremen.“ Mit seinem besten Freund und einem Koch-Azubi steht Bawy auf dem Hillmannplatz und preist lautstark das Gericht an.

Die Besucher schauen neugierig auf den Stand mit der indonesischen Küche. „Die Hauptsache ist, es schmeckt, das reicht mir. Ich werde wohl die Standgebühr nicht ganz rausbekommen, aber es macht auf jeden Fall Spaß“, erzählt der gebürtige Balinese – und reicht einem zitternden Besucher der „Street-Food-Karawane“ sein selbstgemachtes Nasi Campur. Nächstes Jahr will Bawy trotz der Kälte wieder beim „Street-Food“-Festival dabeisein.

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