120 Bands in vier Zelten

„Breminale“ forciert Öko-Kurs

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Mobile Badewannen werden von einer 50 Jahre alten Vespa übers Festivalgelände gezogen – die Gruppe „Vespaqua“ sorgt für Abkühlung auf der „Breminale“. 

Bremen - Von Jörg Esser. Sommerzeit ist „Breminale“-Zeit. In diesem Jahr fällt das Kulturfestival auf den Osterdeichwiesen zwischen Tiefer und Bürgerhaus Weserterassen mitten in die Sommerferien. „Ein idealer Zeitpunkt“, sagt die künstlerische Leiterin Susanne von Essen. Von Mittwoch, 13.  Juli, bis Sonntag, 17. Juli, treten rund 120 Bands und Künstler in vier großen Zirkuszelten und weiteren Manegen auf. Und ganz nebenbei forciert die „Breminale“ ihren Öko-Kurs. Die Veranstalter erwartet insgesamt rund 200.000 Besucher.

Der Eintritt zum Kulturspektakel bleibt frei. Dafür sorgen diverse Sponsoren. Das Budget beziffert Projektleiter Max Maurer vom Veranstalter „Sternkultur“ auf rund 500 000 Euro. Die „Freifunker“ sorgen mit 80 Routern für ein „freies und offenes WLAN-Netz“. Eine „Breminale“-App wird rechtzeitig zum Festivalstart freigeschaltet. Und dann werden aus Zuschauerclips- und videos tägliche Kurzfilme geschnitten. Das Publikum wird ins Geschehen integriert, die „Breminale“ zum interaktiven Kulturspektakel.

120 Bands werden in den vier Zelten erwartet. „Jupiter Jones“ spielt am Mittwoch (13. Juli) im „Deichgraf“-Zelt (20 Uhr).

Und das Kulturfestival will neue Standards in Sachen ökologischer Fairness setzen, sagen von Essen und Maurer. Seit 2010 wird die Zeltstadt mit Ökostrom versorgt. Jetzt steht das nächste Etappenziel an: Die „Breminale“ stellt auf LED um. So sollen unter anderem die 1 000 Glühbirnen mit einer Stärke von je 15 Watt in der etwa 1000 Meter langen Lichterkette auf dem Festivalgelände durch 0,4-Watt-Leuchtdioden ersetzt werden. Das spart jede Menge Energie. 14 600 Watt. Und das ist längst nicht das komplette Volumen. „Wir haben Lampen ohne Ende“, sagt Maurer. Die Öko-Wende gibt es nicht zum Nulltarif. Und hier sind wieder die Festivalbesucher gefordert. Wer fünf Euro investiert, zahlt quasi ein LED-Lämpchen und bekommt dafür ein schickes blaues Feistivalbändchen. Bestellungen werden auf der Internetseite online entgegengenommen. die Bändchen gibt es bei der „Breminale“ auf der „Leuchtenden Wiese“.

Am Festivalsonntag gibt es eine „Challenge“ für Lastenfahrräder. Auf dem Osterdeich wird ein Hindernisparcours aufgebaut.

So weit, so schön, so ökologisch. Doch die Auftritte der Bands in den Zelten bleiben die Highlights des Festivals. Und die Macher setzen dabei auf eine Mischung aus überregional bekannten Musiker und regionalen Newcomern. Im „Deichgraf“-Zelt stehen unter anderem „Jupiter Jones“, Max Giesinger und Lokalmatador Flo Mega auf der Bühne, im „Baronesse“-Zelt werden Laith Al-Deen und das Pop-Duo „Wingenfelder“ erwartet. Akua Naru ist auf der „Flut“-Bühne zu sehen – ebenso wie „Lumpenpack“, „The Last One“ und „We Are Riot“. Und im „Himmelwärts“-Zelt sind unter anderem die Entertainerin Gayle Tufts, Jochen Diestelmeyer und die niederlädisch-finnische Formation „Town of Saints“ dabei.

Öko-Strom und Live-Musik sind längst nichts alles. Am Festival-Sonntag wird der Osterdeich bespielt. Unter anderem steht eine Lastenfahrrad-Challenge auf dem Programm. Das Öko-„Deichbankett“ wird ab 12 Uhr aufgebaut – der Caterer „Kukoon“ aus der Neustadt serviert bunten Blütensalat mit vegetarisch oder vegan Beilage. An der Tafel soll jedenfalls Platz für 250 Personen sein.

In der „Breminale“-Kinderstadt wird unter anderem ein Klettergarten aufgebaut. Das Institut Francais ist vor Ort. Studenten des internationalen Studiengangs Freizeitwissenschaft der Hochschule Bremen machen mit einem Wissenschaftsschiff am weserufer fest. Die Gruppe „Vespaqua“ lädt zum „Bath and Ride“ in mobilen Badewannen ein, die von einer Vespa (Baujahr 1966) durch die Gegend gezogen werden. Außerdem steigt am Sonntag im „Deichgraf“-Zelt das Finale des Newcomer-Wettbewerbs „Live in Bremen“ mit den fünf Bands „Havington“, „Lenna“, „Cholerika“, „Paul“ und „Phaenotypen“. Los geht’s um 16 Uhr.

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