DFG bewilligt zwei große Förderprogramme

Bremer Forschung: Weitere Millionen

Prof. Bernd Scholz-Reiter - Foto: Uni Bremen

bremen - Erneut ein großer Erfolg für die Bremer Wissenschaft: Nachdem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Dienstag bereits alle drei Anträge für Graduiertenkollegs der Universität Bremen mit einer Förderung von rund zwölf Millionen Euro bewilligt hatte (wir berichteten), gab sie gestern grünes Licht für zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB). Dafür erhalten die Bremer Uni und ihre Partner bis 2020 insgesamt etwa 19 Millionen Euro.

An der Universität wurde in den Materialwissenschaften der SFB „Farbige Zustände“ unter der Leitung des Verfahrenstechnikers Prof. Lutz Mädler (Fachbereich Produktionstechnik) mit knapp zehn Millionen Euro bewilligt. In den Meereswissenschaften setzte sich der Sonderforschungsbereich „Energietransfer in der Atmosphäre und im Ozean“ unter Federführung der Universität Hamburg mit rund neun Millionen Euro durch. In Bremen ist er bei Prof. Monika Rhein am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum) angesiedelt. Beide Projekte starten am 1. Juli. „Auch diese DFG-Entscheidung stärkt uns in der Bewerbung für die Exzellenzinitiative“, sagte gestern Uni-Rektor Prof. Bernd Scholtz-Reiter.

Mit der Methode „Farbige Zustände“ sollen im gleichnamigen SFB neuartige Konstruktionswerkstoffe entwickelt werden. Ob Energiewende oder Mobilität: Die Anforderungen an metallische Werkstoffe der Zukunft wachsen, nach Angaben der Universität kommt ihrer Entwicklung inzwischen eine Schlüsselrolle zu. Herkömmliche Methoden der Werkstoffentwicklung seien jedoch langwierig. Neue Verfahren machten dagegen eine „evolutionäre Materialentwicklung möglich, die Neuland hinsichtlich Legierungs- und Prozesskombinationen erschließt“, heißt es. Neben dem Institut für Werkstofftechnik (IWT) sind an der Uni fünf weitere Einrichtungen beteiligt. Zudem ist das Max-Planck-Institut für Eisenforschung aus Düsseldorf mit dabei.

Wird Sahne in eine Tasse Kaffee gegeben, führen turbulente Strömungen zur Vermischung der beiden Flüssigkeiten. Ähnliche Vorgänge spielen sich auch in der Atmosphäre und im Ozean ab. Physikalische Vorgänge auf kleinster Ebene sind dabei mit den globalen Winden und Strömungen verbunden – und den Angaben zufolge von entscheidender Bedeutung für das globale Klima.

Im fächerübergreifenden SFB „Energietransfer in der Atmosphäre und im Ozean“ wollen Mathematiker, Ozeanographen und Meteorologen diese turbulenten Prozesse und Wellenvorgänge untersuchen, um aktuelle Klimamodelle zu verbessern und neue Modelle zu entwickeln. „Erkenntnisse zu diesem Thema werden angesichts des globalen Klimawandels immer wichtiger, auch hier bei uns im Norden. Wir bringen hierbei unsere Expertise im Bereich der theoretischen Strömungsmechanik ein“, so Marcel Oliver, Professor für Mathematik an der Jacobs-Universität, die ebenso wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) Bremer Partner im Projekt ist.

Sonderforschungsbereiche gehören zu den begehrtesten Förderprogrammen für Wissenschaftler an deutschen Hochschulen. Es sind langfristig angelegte Projekte, die alle vier Jahre überprüft werden, bevor sie verlängert werden können. Ein SFB kann maximal zwölf Jahre gefördert werden. Dies gilt als Auszeichnung. - vr

www.dfg.de

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