Unternehmer Thomas Stefes erwirbt Gut Hohehorst mit Herrenhaus in Schwanewede

Bremen verkauft Landsitz

Der einstige Sommersitz der Fabrikantenfamilie Lahusen wechselt den Besitzer. Bremen verkauft das Gut Hohehorst in Schwanewede an den Bremer Unternehmer Thomas Stefes. - Archivfoto: IB/Schulz

Bremen - Von Jörg Esser. Bremen trennt sich von einem geschichtsträchtigen Immobilienbesitz im Umland: Das 1828/29 als Sommersitz der Fabrikantenfamilie Lahusen („Nordwolle“) errichtete Gut Hohehorst wechselt den Besitzer. Am Dienstag ist ein entsprechender Kaufvertrag unterzeichnet worden. Käufer ist die Gut Hohehorst GmbH & Co. KG, hinter der der Bremer Unternehmer Thomas Stefes steht.

Stefes hat sich auf markanten historische Gebäude spezialisiert – sein Unternehmen hat unter anderem das Hemelinger Rathaus und das ehemalige Bremer-Bank-Gebäude am Domshof umgebaut. Jetzt will er „mit viel Fingerspitzengefühl“ ein weiteres „Schätzchen wachküssen“. Diese Liegenschaft vor den Toren der Stadt hat üppige Ausmaße. Das Landgut in Löhnhorst bei Schwanewede ist rund 21 Hektar groß, die Gesamtnutzfläche weist 5 100  Quadratmeter aus, das Herrenhaus hat 107 Zimmer, davon zwölf Badezimmer.

Stefes will aus dem Gutshaus Wohnungen machen. Wie viele, steht noch nicht fest. „Mehr als eine Handvoll“, lässt sich der Unternehmer entlocken. Auf dem Areal sollen womöglich weitere kleine Einzelhäuser gebaut werden. Das ist Zukunftsmusik. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dieser sei „angemessen und marktüblich“, heißt es. „Das hat gepasst“, sagt Susanne Kirchmann, Geschäftsführerin von der Gesellschaft Immobilien Bremen, die die Liegenschaft der Stadt verwaltet. „Ein Objekt dieser Größe und in dieser Lage, das zudem ebenso wie die Parkanlage unter Denkmalschutz steht“, sei ausgesprochen schwierig zu vermarkten, ergänzt Kirchmann. Jetzt ist es gelungen. Und Schwanewedes Bürgermeister Harald Stehnken (SPD) freut sich, „dass da etwas Vernünftiges passiert“. Der Landkreis Osterholz ist als Denkmalschutzbehörde involviert, schließlich zähle das Landgut in Löhnhorst zu den „bedeutendsten Baudenkmäler der Region“.

Das nach den Plänen des Architekten Otto Blendermann erbaute Herrenhaus hat bewegte Zeiten hinter sich. Nach dem Zusammenbruch des von der Unternehmerfamilie Lahusen betriebenen Nordwolle-Konzerns im Jahr 1931 ging das Landgut in der Konkursmasse auf. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde es dann als „Lebensborn“-Heim und in der Nachkriegszeit unter anderem als Heilstätte für Tuberkulosekranke genutzt. Bis Ende 2012 diente es als Drogen-Therapiezentrum.

Seither wohnen Studenten als „Hauswächter“ im Auftrag des niederländischen Unternehmens „Camelot“ in der Villa. Das soll laut Stefes bis zu einem Umbaubeginn auch so bleiben.

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