Bemerkenswerte Hilfsbereitschaft: Rund 60 Badegäste helfen bei Suche

Junger Mann ertrinkt im Werdersee

Bremen - Ein etwa 20 Jahre alter Mann ist am Sonntagabend im Bremer Werdersee ertrunken. Zufällig dort gewesene Feuerwehrleute haben knapp eineinhalb Stunden nach ihm gesucht - und wurden dabei von bis zu 60 Passanten unterstützt.

Wegen eines brennenden Müllcontainers neben der DLRG-Station am Werdersee wurde die Bremer Feuerwehr am Sonntag um 18.40 Uhr alarmiert, teilt ein Sprecher der Feuerwehr noch am Abend mit. Ein Fahrzeug der Feuerwache 1 rückte aus und begann sofort mit den Löscharbeiten. Doch nur etwa eine Viertelstunde später wurden die Einsatzkräfte zu einem anderen Notfall gerufen: Ein Mann wurde am Werdesee vermisst.

Gegen 18.55 Uhr ging dieser Notruf in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle ein. Durch die Leitstelle wurden sofort die Kollegen von dem mittlerweile fast gelöschten Müllcontainer abgezogen und zu der nur wenige Meter entfernten Stelle, an der die Person vermisst wurde, beordert, berichtet der Sprecher. Parallel dazu wurden der Einsatzleitdienst, der Rettungsdienst und der Rettungshubschrauber Christoph Weser sowie Feuerwehrrettungstaucher und Rettungstaucher der DLRG alarmiert. Auch weitere Feuerwehrkräfte rückten an. Insgesamt waren 46 Einsatzkräfte beteiligt.

Durch den Einsatzleiter, der eben noch mit dem brennenden Müllcontainer beschäftigt war, wurden anwesende Zivilpersonen aufgefordert, eine sogenannte Rettungskette zu bilden. Dabei fassen sich die beteiligten Personen an den Händen und schreiten dicht nebeneinander durch den noch begehbaren Uferbereich. Somit ist die Chance, eine sich dort befindliche Person zu finden, relativ hoch, heißt es im Bericht der Feuerwehr.

"Nach dieser Aufforderung geschah etwas, das als nicht alltäglich beschrieben werden darf", erklärt der Sprecher der Bremer Feuerwehr. Anstatt nur zu schauen, Handyvideos aufzunehmen oder Bemerkungen zu tätigen, begaben sich spontan 50 bis 60 anwesende Personen ins Wasser und unterstützten die Suche nach der vermissten Person. Den Anweisungen des Feuerwehreinsatzleiters wurde Folge geleistet und eine effiziente Suche startete. Durch dieses Engagement wurde gegen 19.23 Uhr die vermisste Person gefunden. Die Suche durch bereits sich im Wasser befindliche Rettungstaucher wurde abgebrochen, berichtet die Feuerwehr.

Sofortige Reanimationsversuche durch den Rettungsdienst waren erfolglos. Der Notarzt des Hubschraubers Christoph Weser hat schließlich den etwa 20 Jahre alten Mann als tot erklärt.

Die Ursache dieses Unglücks wird durch die Kriminalpolizei Bremen ermittelt. Für die Feuerwehr Bremen war der Einsatz um 20.17 Uhr beendet. Der Sprecher der Feuerwehr betont, dass die Hilfe der Bevölkerung an diesem Sonntagabend wirklich bemerkenswert war. "Durch den Einsatzleiter hiermit ein dickes Lob an die beteiligten Personen", heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr.

Der brennenden Müllcontainer ist übrigens während der Suche von selbst erloschen.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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