Alle Konten eingefroren

Ex-Pflegedienstchefin auf freiem Fuß

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Das Bremer Landgericht entschied, dass die ehemalige Chefin der Bremerhavener „Nordsee Pflege“ gegen Auflagen von der weiteren Untersuchungshaft verschont wird.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die ehemalige Chefin der Bremerhavener „Nordsee Pflege“ wird gegen Auflagen von der weiteren Untersuchungshaft verschont. Das hat die Große Wirtschaftsstrafkammer 31 des Bremer Landgerichts am Donnerstag nach einem dreistündigen Haftprüfungstermin beschlossen.

Zugleich wurde der Haftbefehl aufrechterhalten und um den Haftgrund der Fluchtgefahr erweitert – jedoch eben auch außer Vollzug gesetzt.

Wie berichtet, hatte das Landgericht die 37-Jährige am Freitag vergangener Woche wegen gewerbsmäßigen Betrugs in mehr als 900 Fällen zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt. Die Frau erwartet Ende des Jahres ihr erstes Kind. 

Am Freitag hatte die Kammer den auf Wiederholungsgefahr gestützten Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft sofort Beschwerde ein, weil ein neuer Verdacht aufgetaucht war: Es sollen 460.000 Euro von einem Firmen- auf das Privatkonto des Lebensgefährten der Frau geflossen sein. Aufgrund dieser Informationen wurde die Haftentlassung zunächst gestoppt.

Am Montag sind 550.000 Euro im Zuge einer sogenannten Arrestierung gesichert und damit „dem Zugriff der Angeklagten oder anderer Personen“ entzogen worden, wie ein Gerichtssprecher erklärte.

Bei der Haftprüfung wurden zudem sämtliche Personaldokumente der Angeklagten und ihres Lebensgefährten in Verwahrung genommen – und alle bekannten Konten eingefroren, hieß es weiter. Die Frau und ihr Partner gaben sämtliche Verfügungsberechtigungen über Konten und Schließfächer auf.

Das Gericht untersagte der 37-Jährigen „jegliche Geschäftstätigkeit“. Die „Nordsee Pflege“ darf sie nicht betreten.

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