Focke-Vortrag im Haus der Wissenschaft

Borgwards Flüge mit dem „Kolibri“

War der Hubschrauber „Kolibri“ ein Erfolg oder trug er zum Borgward-Konkurs bei? Darüber spricht Harald Focke bei der Historischen Gesellschaft in Bremen. - Foto: Archiv Peter Kurze

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Borgward wollte fliegen.“ Das ist der Titel eines Bildvortrags der Historischen Gesellschaft Bremen am Montag, 21. November, im Haus der Wissenschaft (Sandstraße). Beginn: 18 Uhr. Der Bassumer Historiker Harald Focke, Autor unserer Zeitung, stellt den recht wenig bekannten Hubschrauber „Kolibri“ vor, den der Bremer Hubschrauber-Erfinder Henrich Focke (1890 bis 1979) in der Zeit zwischen 1956 und 1961 für Borgward baute.

Was brachte Carl Borgward (1890 bis 1963) dazu, außer Autos auch Helikopter zu entwickeln? Focke und Borgward entwickelten in der Nachkriegszeit mehrere Prototypen des Hubschraubers „Kolibri“, die jedoch wegen der aufkommenden finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns nicht zur Vollendung kamen.

Jens Rosteck stellt sein Brel-Buch vor. - Foto: Institut Français

Wie gelang es Borgward, den Erfinder des Hubschraubers Mitte der 50er Jahre aus Brasilien zurück nach Bremen zu holen? Wie verlief die technische Entwicklung des ersten deutschen Nachkriegs-Hubschraubers, welche Probleme mussten bis zum Erstflug 1958 gelöst werden? Auf Fragen wie diese will der Schifffahrts- und Technikhistoriker Focke – Autor des Buches „Borgwards Hubschrauber“ – eingehen. Und letzlich geht es auch um dieses Thema: War der „Kolibri“ ein Erfolg oder trug er zum Borgward-Konkurs bei?

Und: „Dass Bremen heute ein bedeutender Luft und Raumfahrtstandort ist, ist sicherlich auf Pionierleistungen wie diese zurückzuführen“, sagt Eva Determann von der Historischen Gesellschaft über den „Kolibri“.

Der Vortrag ist öffentlich. Der Eintritt ist frei. Achtung –begrenzte Platzzahl im „Kleinen Saal“ des Hauses der Wissenschaft.

Jens Rosteck liest aus seiner Brel-Biografie

„Amsterdam“, „Ne me quitte pas“, „Orly“ – die Liste der großen Chansons von Jacques Brel (1929 bis 1978) lässt sich noch lange fortsetzen. „Brel – der Mann, der eine Insel war.“ So heißt ein Buch, das der Musikwissenschaftler und Frankreich-Spezialist Jens Rosteck über Leben und Wirken des Chansonniers und Schauspielers geschrieben hat. Rosteck, Jahrgang 1962, kommt nun nach Bremen, um sein Buch an einem passenden Ort vorzustellen – im Institut Français an der Contrescarpe. Termin: Montag, 21. November, 20 Uhr. Einlass ab 19.30 Uhr. Eintritt: neun Euro. Karten im Vorverkauf in der Buchhandlung Storm (Langenstraße) und an der Abendkasse im Institut Français.

Rosteck „beleuchtet den oft widersprüchlichen, umtriebigen Charakter des großen Zweiflers, liefert feinsinnige Interpretationen einiger ausgewählter Chansons und erweckt auf gewohnt intelligente und kurzweilige Weise Musikgeschichte zum Leben“, heißt es beim Mare-Verlag, wo es erschienen ist, über das Brel-Buch.

Rostecks Tonfall ist in gewisser Weise schonungslos und passt damit gut zum Thema und zu Brels Chansontexten. So leitet der Autor sein Buch mit diesen Worten ein: „Ein knappes Jahrzehnt bevor Leonard Cohen, Joan Baez und Bob Dylan sich jenseits des Atlantiks aufmachten, als Songwriter und musikalische Poeten die Welt zu erobern, betrat ein schon nicht mehr ganz junger Belgier 1953 mit genau demselben Ziel die drittklassigen Bühnen, Zimmertheater und Tingeltangel von Paris: ein schlaksiger, nicht sonderlich attraktiver Barde mit schiefen, vor- stehenden Zähnen und den Gesichtszügen von Fernandel.“

Der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte. Musikgeschichte.

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