„Bonschen“ statt „Kamelle“

Freimarktsumzug mit 144 Gruppen schlängelt sich am Sonnabend durch Bremen

Bremen ist nicht Köln oder Düsseldorf oder Mainz: An der Weser werden „Bonschen“ statt „Kamelle“ geworfen. Die Zuschauer sind aber ebenfalls bestens ausgerüstet – mit umgedrehten Regenschirmen zum Beispiel. - Foto: dpa

Bremen - Von Jörg Esser. Es wird laut. Und bunt. Und flüssig. „Ischa Freimaak“ in Bremen. Und am Sonnabend, 22. Oktober, schlängelt sich der Freimarktsumzug durch Neustadt und Innenstadt. Für die 49. Ausgabe sind 144 Startnummern vergeben worden. Rund 3 800 Teilnehmer sind dabei. Start ist um 10 Uhr in der Pappelstraße.

Der Umzug ist so etwas wie der Startschuss für die zweite Freimarktshalbzeit – und ein Highlight des Volksfestes. Für Bremer und Buten-Bremer und vor allem für die vielen Teilnehmer aus Vereinen, Dorfgemeinschaften, Firmen, Handwerkerinnungen, Sportvereinen, Spielmannszügen und Landjugendgruppen ist es der Knack- und Höhepunkt der Saison.

Die „Uphuser Reloaded“ zählen zu den Stammgästen beim Freimarktsumzug. Für sie beginnen die Vorbereitungen im Winter. Neun Monate gehen drauf – für den Bau des Wagens und für das Schneidern der Kostüme. Alles in Eigenregie. „Das ist reiner Enthusiasmus“, sagt Torsten Limberg von den „Uphusern“. Geld kostet der Spaß auch. Um die 1 500 Euro, schätzt er. Schließlich zahlt das 16-köpfige Team nicht nur Wagen und Kostüme, sondern auch jeden Lutscher, der vom Wagen geworfen wird. Sieben Umzüge stehen auf dem Tourplan der Uphuser, der Freimarktsumzug sei aber das Highlight. Die „Uphuser Reloaded“ sind in diesem Jahr mexikanisch unterwegs – mit „Speedy Gonzales“ auf Startplatz 50.

Der Spielmannszug Mahndorf setzt derweil auf den „König der Löwen“, die Erntefreunde Buschhausen begeben sich auf „Walfahrt“, die Landjugend Blockland präsentiert einen „Kuhstall“, das Partyteam Hambergen inszeniert sich als „Überflieger“, der Lübberstedter Ernteclub taucht ab in die „Eiszeit“ und der SV Werder zeigt, dass er mehr ist als ein Bundesligaverein. Alte Bierlaster sind im Umzug unterwegs, der Isetta-Clubs fährt mit seinen „Rollermobilen“ mit. Die Bremer Schornsteinfeger sind ebenso dabei wie Fleischer, Bäcker, Tischler. Eine weite Anreise aus Baden haben die „Ottenauer Murgfetzer“ hinter sich. Ihr Motto lautet: „Guggemusik isch ä geile Sach“.

Alle Teilnehmer des Festumzuges

In Bremen fliegen „Bonschen“ statt „Kamelle“. Der Freimarkt ist ja kein Karneval. Trotzdem sind die beiden Bremer Karnevalsvereine „Rot-Weiß“ und „Nordlichter“ dabei – mit den Startnummern 17 und 18a und dem Feuerwehrspielmannszug Friedeburg als Puffer dazwischen. Als Vorgruppe des Zuges ist die „Pax New Orleans Streetband“ eingeplant. Es folgt der Reiterfanfarencorps Visbek. Das Ende des Zuges bilden die „Treckerfrünn Grasberg“.

Strecke und Zeitplan

Zum Zeitplan: Die 2,9 Kilometer lange Karawane setzt sich um 10 Uhr an der Ecke Gastfeldstraße/Pappelstraße in Bewegung. Weiter geht es durch die Langemarckstraße über die Bürgermeister-Smidt-Brücke zum Brill, dann durch Hutfilterstraße, Obernstraße zum Marktplatz, wo die ersten Wagen um 11 Uhr erwartet werden. Über Domshof, Schüsselkorb, Herdentorsteinweg bis zum Bahnhofsplatz verläuft die Schlussetappe. Im Bayernzelt auf der Bürgerweide werden dann ab 14.30 Uhr die besten Laufgruppen und die schönsten Festwagen gekürt. Chef der Jury ist Bürgerschaftspräsident Christian Weber.

Mehr Infos zum Freimarkt gibt's bei www.freimarktlife.de

Mehr zum Thema:

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Wintersport in der Skihalle Neuss

Wintersport in der Skihalle Neuss

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Meistgelesene Artikel

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Prozess-Auftakt: Fußgänger stirbt nach Unfall

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Kommentare