„Mein Kunst-Stück“ mit Renate Hoffmanns „Tor nach Übersee“

Der Blick in den Raum

Renate Hoffmanns Bilder sind voller Leuchtkraft. - Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Tor nach Übersee“ heißt Renate Hoffmanns Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Die transparenten Farbschichten erzeugen räumliche Tiefe. Farben und Formen verweisen auf die Geschichte des Bildes.

„Tor nach Übersee“ hat Renate Hoffmann zum einen ausgewählt, weil es so imposant ist, es misst 1,50 Meter mal 1,80 Meter. Und zum anderen, weil es Teil eines Projekts von fünf deutschen und fünf koreanischen Künstlerinnen war. „Es steht für die Freundschaft zu einer dieser Künstlerinnen“, sagt Hoffmann. Vor gut einem Jahr stellten sie gemeinsam im Syker Vorwerk aus. Farben und Formen des abstrakten Bildes verweisen auf die koreanische Flagge.

Durch Übermalungen und Durchblicke schafft Hoffmann verschiedene Ebenen. Ebenfalls für die Korea-Reihe malte die Bremerin städtische Architektur. Figürliches wird reduziert oder angedeutet. Fläche, Farbe und Räumlichkeit erzeugen den Eindruck von unendlicher Ruhe oder großer Dynamik. Das Konzept für ihre großen Bilder steht, bevor sie mit dem Werk beginnt. „Sonst arbeitet man sich an den Bildern tot und dadurch werden sie nicht besser“, sagt Hoffmann und lacht. Damit die teiltransparenten Schichten nicht verlaufen, malt Hoffmann auf der liegenden Leinwand.

Hoffmanns Inhalte ergeben sich häufig aus festgelegten Themen-Projekten: Landschaften, Architektur und Maritimes. Ihre Bilder-Serie zu Bremerhaven beispielsweise wird von Türkis-Blau und Schwedengelb dominiert. Auf den Bildern schmiegen sich, ganz in der Ferne, auf ihre Silhouette reduzierte Schiffe und Hafenanlagen zwischen Wasser und Himmel. Maritime Motive prägten schon Hoffmanns Studienzeit. „Im ‚Casino‘ in der Überseestadt haben wir als Studenten Kaffee getrunken und dabei gemalt“, erzählt sie.

Heute liegt ihr Atelier an der Wasserkante an der Kap-Horn-Straße. Hoffmann ist eine echte Späteinsteigerin. Der Wunsch, Kunst zu machen, trat hinter die früh gegründete Familie zurück. Erst viel später hatte Hoffmann ein Aha-Erlebnis während eines Bildungsurlaubs in einem Atelier. „Dabei sind so gute Sachen herausgekommen, dass ich die Kunst nochmal ernsthaft angegangen bin.“ Hoffmann startete als Gasthörerin an der Hochschule für Künste, bestand die Aufnahmeprüfung 1997, machte ihr Diplom und wurde Meisterschülerin.

Seit 2007 ist sie hauptberuflich Künstlerin und kennt die Herausforderungen des Künstlerlebens. „Vom Bilderverkauf alleine muss man verhungern“, sagt sie. Denn in den Markt hineinzukommen, sei schwer. Es gebe viele Künstler und oft bestimmten Trends oder Netzwerke über die Bekanntheit. „Man muss Nischen suchen, die zu einem passen.“ Aus ihrer Sicht bereichere Kunst das Leben: „Man findet sie in allen Bereichen, ohne es immer zu bemerken.“ Über die Kunst könnten Probleme oder Dinge ins Bewusstsein gebracht werden.

Zu den Künstlern, die für Hoffmann besonders bedeutend sind, zählen der zeitgenössische Deutsche Gerhard Richter (geb. 1932) und Salvador Dalí (1904–1989). Richters frühe Farbflächen und seine Vielseitigkeit beeindrucken Hoffmann. „Er war ein Vorbild wie auch mein Professor Wolfgang Schmitz.“ Der Surrealist Dalí erinnert Hoffmann hingegen an ihre ersten eigenen Bilder. „Mit lauter Dingen in einem Bild, die nicht zusammenpassen“, erzählt sie amüsiert.

Wenn Hoffmann jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge ein Windrad-Bild an die Firma Siemens, die ein Werk für Offshore-Windenergieanlagen in Cuxhaven baut: „Zum Thema Offshore-Windenergie und Umwelt würde ich gerne ein Projekt starten.“

Doch zunächst stellt Hoffmann unter dem Titel „Wie entwickelt sich die Stadt?“ vom 12. August bis 2.  September in der Kulturwerkstatt Westend (Waller Heerstraße 294) aus. Die Ausstellung wird am Freitag, 12.  August, um 17 Uhr eröffnet.

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