„Mein Kunst-Stück“ mit Petra Heitkötter und ihrem Panorama „Preciosas“

Bilder als Komposition

Petra Heitkötter präsentiert das Panorama „Preciosas“, das aktuell aus mehr als 300 Einzelbildern angeordnet ist. „Aus kleinen Leinwänden ergibt sich ein großes Ganzes“, sagt die Künstlerin. - Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Preciosas“ heißt Petra Heitkötters Werk, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Das aus ursprünglich 777 Einzelbildern angeordnete Panorama, ist ihr ans Herz gewachsen. Es erfindet sich immer wieder neu.

Mit „Preciosas“ hat Petra Heitkötter die verbreitete Annahme, dass man sich mit kleinen Formaten nicht künstlerisch ausdrücken könne, zumindest in der Summe widerlegt. Es erlaubt Variationen in Farbe, Arrangement, inhaltlicher Thematik und Technik. Die Aufforderung an den Betrachter, in der freien Fläche seine eigene Komposition aus zehn verschiedenen Einzelstücken zu schaffen, hat einen besonderen Reiz. „Die Vielschichtigkeit macht die Auswahl der kleinen Bilder zu einer Herausforderung“, sagt Heitkötter. „Das Werk an der Wand zeigt letztlich alles, was ich technisch beherrsche“, erzählt die Künstlerin im Kunstsalon in Walle. Auf den kleinen Einzelbildern testet Heitkötter neue Ideen, für die sie sonst möglicherweise eine große Leinwand „versauen“ würde. Sie arbeitet unter anderem Pigment, Graphit, Lackmetallen und Glas. Mit chemischen Substanzen erzeugt sie Patina und Rost. „Dieses Bild bringt mich selbst weiter“, sagt Heitkötter. Die Geschichte zu diesem Bild nahm seinen Anfang in einem Geschäft für Kunstlerbedarf.

Als Heitkötter dort die kleinen Leinwände sah, orderte sie spontan 100 Stück. 2008 stellte sie „Preciosas“ das erste Mal in Riga aus. Seitdem wuchs die Zahl der Einzelelemente und einige wechselten in kleinerer Zahl den Besitzer. Die Wand im Kunstsalon umfasst aktuell mehr als 300  „Preciosas“. Sechs Stunden habe ein Handwerker gebraucht, um alle Nägel präzise zu setzen. Eine Woche dauerte es, bis die die Komposition stand. „Wenn man die Bilder ohne System anordnen würde, würde es einen erschlagen“, sagt die Künstlerin.

Dieses Wochenende feiert Heitkötter Jubiläum. Vor rund 25 Jahren vollzog sie mit ihrer ersten großen Ausstellung den Sprung in die Professionalität. Vorher betrieb Heitkötter die Malerei neben Beruf und Familie. Ihr Umfeld aber drängte, dass sie mehr daraus machen sollte. „Bei einer Investition von mehreren tausend Mark für die Bilderrahmen musste ich mir das gut überlegt haben“, sagt die Bremerin.

Ihr erstes verkauftes Bild wollte sie eigentlich behalten. Deswegen hatte sie seinen Preis bewusst höher gehalten, was den Käufer aber nicht schreckte. Die Preisfindung sei bis heute schwierig, sagt Heitkötter. Sie hält aber nichts davon, einen künstlerischen Wert über den Preis zu bestimmen.

Die große Herausforderung, von der Kunst auch leben zu können, meistert Heitkötter durch ein zweites Standbein. Sie vermietet erfolgreich ihre künstlerisch gestalteten Appartements. „Es gibt auch Künstler, die von Hartz IV leben, aber bestimmte Materialien kann man dann nicht kaufen“, sagt sie. Finanzielle Absicherung mildere auch Schaffenskrisen. Wenn man aber den Anspruch hat, in einem Thema weiterzukommen, könne ein Mangel an Ideen stark deprimieren.

Für Heitkötter ist Kunst Lebenselixier. Kunst könne das Leben bereichern, wie die Musik. Sie sei Anregung und spreche Gefühle auf einer unbewussten Ebene an.

Zu den Künstlern, die für Heitkötter besonders bedeutend sind, zählen Emil Schuhmacher (1912 bis 1999) und der zeitgenössische Maler Gerhard Richter. „Schumacher liegt mir am Herzen. Und Richter ist in seiner Vielfalt faszinierend. Er schert sich nicht um Trends.“

Wenn Heitkötter jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge ein blaues Pigmentbildchen an Ethan Freeman. Der Schauspieler und Sänger, der unter anderem im Musical „Jekyll & Hyde“ in Bremen die Hauptrolle sang und spielte, war ihr erster Untermieter. Das Bild würde an jene Zeit und die gemeinsame Begeisterung für die kleine Balearen-Insel Formentera erinnern.

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