Bauressort: Gebäude nach Großfeuer nicht sanierungsfähig / Spurensuche

Modehaus vor Abriss

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Die Feuerwehr war auch gestern noch am Brandort.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Die Ruine in der Straße Am Wall, die bis Mittwochabend noch ein traditionsreiches Modegeschäft war, wirkt trostlos. Heruntergefallene Dachziegel, kaputte Scheiben, verkohlte Wände. Ein Großfeuer hat „Harms am Wall“ zerstört und einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht.

Experten aus dem Bauamt haben das Gebäude gestern als „nicht sanierungsfähig“ eingestuft, wie ein Sprecher des Bauressorts am Abend bestätigte. Anders ausgedrückt: „Harms“ muss abgerissen werden.

Seit gestern sind die Brandermittler am Zuge. Mehrere Stunden verbrachten sie zwischen den Trümmern mit der Spurensuche. Nachdem ein Statiker das ausgebrannte Gebäude in Augenschein genommen hatte, durften Brandermittler und Spurensicherung ihre Arbeit aufnehmen. Unterstützung erhielten sie dabei von der Feuerwehr, wie Staatsanwältin Dr. Silke Noltensmeier sagte. Vorsichtig suchten sich die Experten ihren Weg durch die verkohlten Reste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt wegen Brandstiftung, Raubes und „Mordversuchs in Verdeckungsabsicht“.

Finden die Ermittler die exakte Stelle, an der das Großfeuer ausgebrochen ist, sind sie einen großen Schritt weiter. Nach Angaben der Feuerwehr brannte es zuerst im Dachgeschoss. Rasant fraßen sich dann die Flammen durch das vierstöckige historische Wohn- und Geschäftshaus. Zwei angrenzende Gebäude wurden beschädigt. 180 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht und auch den halben Donnerstag gegen den Brand und Glutnester an.

Die Straße Am Wall bleibt zunächst noch gesperrt, sagte Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts, am Abend – zu gefährlich könnten herabfallende Teile und lose Dachziegel sein. Eine Spezialfirma begann mit der Absicherung der Fassade, während innen die Brandermittler auf Spurensuche waren. Wann es erste Ergebnisse gibt, ist noch offen. Noltensmeier: „Das hängt davon ab, wie schwierig sich die Suche gestaltet.“ Unterdessen bereiten sich die Ermittler auf die Auswertung der Videoaufnahmen vor. Die hatte Geschäftsführer Hans Eulenbruch gerettet, bevor er aus dem brennenden Gebäude geflüchtet war. Er hatte der Polizei die Aufnahmen übergeben und ausgesagt, dass ihn am Abend zwei Männer überfallen und eingeschlossen hätten. Dann hätten die Räuber Feuer gelegt. Er habe sich in letzter Minute befreien und in Sicherheit bringen können. Daher ermittelt die Staatsanwaltschaft auch wegen Mordversuchs.

Die Aufnahmen werden jetzt aufbereitet, um die Sequenzen des Abends auswerten zu können, sagte Noltensmeier. Außerdem werden mehrere Zeugen befragt. Die Ermittler hoffen darauf, dass sich weitere Zeugen melden. Wer am Mittwoch ab 19 Uhr verdächtige Beobachtungen rund um das Gebäude – sowohl am Wall als auch an der Rückseite an der Herdentorswallstraße – gemacht hat, wird gebeten, sich unter 0421/362-3888 zu wenden.

„Harms am Wall“ feiert in diesem Jahr das 150-jährige Bestehen, der Umbau fürs Jubiläum hat bereits begonnen. 50 Mitarbeiter gehören zum Team des Geschäftes für Kleidung, Bettwäsche und Heimtextilien. Hans Eulenbruch ist seit 2001 Geschäftsführer und Mieter.

Feuer in viergeschossigem Gebäudekomplex

Seit Jahren gibt es zwischen dem Hauseigentümer und „Harms“ als Mieter einen Rechtsstreit um das Gebäude. Dabei geht es darum, wer Renovierungen bezahlt. Erst vor kurzem hatte das Verwaltungsgericht Bremen den Eigentümer verpflichtet, 220 000 Euro für dringende Sanierungen lockerzumachen. Jetzt ist das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht anhängig.

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