„Euromodell“ in den Messehallen auf der Bürgerweide

Bastler, Tüftler und Freaks

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Gleich startbereit: Thomas Morch setzt auf der „Euromodell“ die Abdeckung auf seinen RC-Tourenwagen. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Einmal mehr war die „Euromodell“ in den Messehallen 6 und 7 auf der Bürgerweide am Wochenende ein Treffpunkt für Bastler, Tüftler und Freaks. Die aber kauften nicht nur ein, sondern zeigten auch die bunte Vielfalt des Modellbaus.

Auf 350 Quadratmetern steht eine schnörkelige Rennbahn. Darauf sausen RC-Cars, funkgesteuerte Modellautos, über die Piste. Beeindruckend ist das Tempo der kleinen Fahrzeuge mit einer Länge von etwa 30 Zentimetern.

Werner Traugott präsentiert stolz zwei von ihm gebaute Modelle – den Krabbenkutter „Sirius“ und das Seenotrettungsboot „Hermann Onken“. 

Je nach der Zahl der Kupferwicklungen im Motor sind Geschwindigkeiten bis 60 Kilometern pro Stunde möglich. Modifizierte Motoren sollen die kleinen Raser sogar auf bis zu 120 Kilometer pro Stunde bringen, sagt Reinhard Nückel vom Verein „RC-World OHZ“. „Dieser Sport hat seine Faszination in zwei Bereichen. Der eine ist das präzise Lenken. Man braucht ein Jahr, bis man das einigermaßen diskutabel kann. Der zweite ist die Einstellung der Wagen. So ein Modell hat mehr Variablen als ein echter Formel-Eins-Wagen, denn bei denen helfen Computer und Sensoren. Wir machen das von Hand“, sagt Nückel.

Die Fahrzeuglenker mit ihren Fernbedienungen stehen auf einer kleinen Tribüne und verfolgen mit gebannten Blicken ihre Wagen. Das Feld ist während des Rennens ganz dicht beieinander. Keiner der Fahrer kann sich wirklich nach vorne absetzen, die Konkurrenz ist zu stark.

Thomas Morch setzt gerade die Abdeckung auf seinen RC-Tourenwagen. Bald geht es an den Start. „So ein Wagen hat etwa 180 Watt Leistung aus einem Elektromotor“, erzählt er. Für die Montage des Bausatzes hat er zwei Tage gebraucht.

Eine Auswahl von 30 wunderbar realistisch ausschauenden Schiffsmodellen präsentiert der „Schiffs-Modellbau-Club Delmenhorst“ aus seinem Fundus. Acht davon hat der Vereinsvorsitzende Werner Traugott gebaut. Besonders stolz ist er auf einen Nachbau eines Krabbenkutters namens „Sirius“. „Ich habe ein Jahr nebenberuflich daran gebaut. Vollzeit würde das auch zwei Monate dauern“, sagt Traugott. Das mittlerweile 20 Jahre alte Modell hat einen Sechs-Volt-Motor und kleine Fischernetze an Holzstangen. „Die Stangen sind Meterware. Die muss man zurechtsägen. Alle Teile werden gestrichen und lackiert.“

Teilweise fordern die Delmenhorster Modellbauer sogar Original-Baupläne von Schiffen an, um ihre Modelle zu bauen. „So ein Plan hat so drei große Papierbögen“, erzählt Traugott. Nach einem Original-Plan hat er ein Modell des Seenotrettungsbootes „Hermann Onken“ gebaut. Wie es sich gehört, ist es schneller und stärker motorisiert als der Krabbenkutter.

Auf einem Areal von 480 Quadratmetern, hergerichtet vom Verein „Hansetrucker Bremen“, wird gebaut. Trucks sind einsatzbereit. Kleine Bagger schaufeln Erde auf. Der Vereinsvorsitzende Uwe Ehlers erklärt die Anlage: „Erde aus Containern wird zu einer entstehenden Deponie gebracht. Wir haben einen Schwerlastbereich mit einem großen Kran. Dort entsteht eine Chemiefabrik. Wir haben zwei Speditionen und eine Tankstelle“, sagt er. Die Arbeit ist im Zeitplan, heißt es weiter.

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