Martinianleger an der Schlachte wird für Großsegler erweitert

Baggern für die „Alex“

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Weil die „Alex“ einen Tiefgang von 4,80 Metern hat, wird die vorhandene Liegewanne am Martinianleger ausgebaggert.

Bremen - Von Viviane Reineking. Zwölfmal hat sie den Atlantik überquert, ist in der Karibik gekreuzt und liegt nun als Hotel- und Gastronomieschiff im Europahafen. Allerdings ist auch das für die „Alex“ nur ein Zwischenstopp: Seine neue Heimat findet der durch die „Beck’s“-Werbung berühmt gewordene Dreimaster mit den grünen Segeln an der Schlachte gegenüber der Martinikirche. Mittlerweile sind die Vorbereitungen für den neuen Liegeplatz in vollem Gange.

Schaufel für Schaufel holt der Bagger Sand aus der Weser. Die Arbeiten, die derzeit die Blicke vieler Touristen und Passanten auf sich ziehen, sind Teil der Erweiterung des Martinianlegers um einen Ponton. Hier soll im November die alte „Alexander von Humboldt“ – mittlerweile gibt es eine „Alex II“ – festmachen.

Bis Ende September dauern die Arbeiten zur Erweiterung des Martinianlegers, im November dann soll die bekannte Dreimastbark „Alexander von Humboldt“ ihren jetzigen Liegeplatz im Europahafen (Foto) verlassen und an der Schlachte festmachen.

Eigentlich hätte die rund 47 Meter lange und 660 Tonnen schwere Bark bereits im Frühjahr an ihrem neuen Liegeplatz ankommen sollen. Dann wurde der Sommer anvisiert. Jetzt eben der November. „Die Erweiterung kommt planmäßig voran und soll Ende September abgeschlossen sein“, so Rüdiger Staats, Sprecher der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports. Kosten: etwa zwei Millionen Euro. Die Arbeiten am Anleger hatten sich verzögert, weil die ursprünglich eingegangenen Angebote von Firmen den zur Verfügung stehenden Finanzrahmen gesprengt hatten und sich die Vergabe des Auftrags daher verzögerte, so Staats.

Der Traditionssegler soll die City und das Weserufer touristisch aufwerten, heißt es. Um Platz für die „Alex“ zu schaffen, wird der aus den Pontons A, B und C bestehende Martinianleger um einen neuen Ponton erweitert. Dieser werde derzeit auf einer Hamburger Werft gebaut, so der Bremenports-Sprecher. Er ist etwa 35 Meter lang, zehn Meter breit und wird später zwischen den Pontons A und B positioniert.

Liegeplatz im Bereich von Ponton A

Der Windjammer werde im Bereich von Ponton A liegen, dem am weitesten stromabwärts liegenden Schwimmkörper – direkt neben dem „Pannekoekschip“. Weil die Weser bei Niedrigwasser nur 3,08 Meter tief ist, der Großsegler jedoch einen Tiefgang von 4,80 Metern hat, müsse die bereits vorhandene Liegewanne vertieft werden. Sie wird derzeit ausgebaggert. Der Sand werde in Seehausen auf der Baggergutdeponie von Bremenports eingespült, so der Sprecher.

Eine Straßen- und Tiefbaufirma stellt derzeit am Anleger die benötigte Infrastruktur auf der Landseite her: Dazu gehört unter anderem eine Leerrohrtrasse für die elektrische Versorgung auf der Rampe bei der Martinikirche. Außerdem werden Rohre für die Wasserversorgung und die Entwässerung verlegt.

Am 16. Oktober will das Team um Betriebsleiter Florian Peters den Betrieb auf der „Alex“ in der Überseestadt einstellen. Einen Tag später werde das Schiff von zwei Schleppern in den Holzhafen gezogen, wo die Takelage noch vor den drei zu passierenden Brücken mit einem Kran abgenommen werde, so Peters. Von dort geht es weiter zum Weserbahnhof in Höhe des Varietétheaters GOP. „Hier warten wir auf die optimale Tide, um die Brücken passieren zu können“, so der Betriebsleiter. Erst am endgültigen Liegeplatz werden die Masten mit einem Kran wieder aufgesetzt, heißt es. Peters freut sich auf den neuen Liegeplatz, am jetzigen läuft es für die „Alex“ nicht optimal: „Uns fehlt hier ein bisschen die Laufkunfschaft“, sagt Peters.

Die alte „Alex“ lief 1906 als Feuerschiff vom Stapel, wurde später zum Segelschiff umgebaut und zum Schluss für Kurzkreuzfahrten verchartert. Für 750.000 Euro stand sie 2014 auf einer Internetplattform zum Verkauf. Erworben hat sie der Gastronom und Projektentwickler Heiko Rataj aus Goslar. Der ließ den Dreimaster auf der Bremerhavener BVT-Werft für einen siebenstelligen Betrag restaurieren und zum Gastro- und Hotelschiff umbauen. Seit mehr als einem Jahr liegt es nun in der Überseestadt. Wenn die „Alex“ ab November ihre Gäste am neuen Liegeplatz empfängt, will Rataj auch mit den ansässigen Restaurants und Kneipen zusammenarbeiten: „Wir sehen uns hier nicht als Fremdkörper und wollen ein Teil der Schlachte sein.“

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