Fertigung von Elektro-SUV soll 2018 beginnen

Borgward baut E-Auto-Werk in Bremen

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Als am Mittwoch bekannt wurde, dass Borgward nun offiziell wieder nach Bremen kommt, hat der Borgward-Club seine Oldtimer vor dem Rathaus platziert. 

Bremen - Von Jörg Esser. Borgward ist zurück. Der Autobauer kehrt 55 Jahren nach dem spektakulären Ende der Fahrzeugproduktion in seine Heimat zurück. Ab 2017 will das Unternehmen, dessen einziger Aktionär derzeit der chinesische Lkw-Hersteller Foton ist, in Bremen den BX7 mit „vollelektrischem Antrieb“ fertigen. Derzeit produziert Borgward ausschließlich in einem Werk in Peking sein SUV-Modell. Große Teile für die Fertigung werden aus China zugeliefert.

„Die Rückkehr nach Bremen ist ein unglaublich emotionaler Moment“, sagt Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender der Borgward Group AG mit Sitz in Stuttgart, am Mittwoch vor Pressevertretern aus Deutschland und China sowie Borgward-Fans im Festsaal des Rathauses. Großes Kino, großer Bahnhof. Mitglieder des Borgward-Clubs haben rund 40 „Isabellas“, „Arabellas“ und „Lloyds“ vor den Seiteneingang des Rathauses gesteuert. Und mit ihren Oldtimern eine Raute gebaut. Eine Borgward-Raute. Zurück zur Pressekonferenz: „Wir schlagen die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft“, sagt Walker und spricht von einem neuen Kapitel der Borgward-Geschichte. „Die Rückkehr ist aber auch strategisch ein bedeutsamer Augenblick.“

Borgward hat laut Walker in den vergangenen Monaten intensiv nach einem Produktionsstandort in Deutschland gesucht. Und Bremen wollte Borgward. „Wir waren heiß auf Borgward“, sagt Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). „Für uns war spürbar, dass Bremen uns will“, kontert Walker.

Entscheidung über Standort soll in den nächsten Wochen fallen

Und so soll Anfang 2017 mit dem Bau einer Fertigungshalle mit rund 10.000 Quadratmetern Grundfläche sowie einem ähnlich großen Freigelände begonnen werden. Wo genau im Land Bremen, das steht laut Walker noch nicht fest. In den nächsten Wochen soll die Entscheidung über den Standort fallen und verkündet werden. Anfang 2018 jedenfalls soll mit der Vorserienproduktion der Elektroversion des BX 7 begonnen werden. Zunächst ist eine Fertigung mit einer Jahreskapazität von bis zu 10 000 Fahrzeugen geplant. Das Unternehmen will einen „zweistelligen Millionenbetrag“ investieren und in der ersten Phase 50 bis 100 Mitarbeiter beschäftigen. Mehr werden es zunächst nicht sein, da Borgward eine Semi-Knocked-Down (SKD)-Fertigung plant. Das heißt: Im neuen Werk werden keine Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge gebaut. Vielmehr werden halbfertige Fahrzeuge und Teilmodule aus China nach Deutschland geschickt und hier zusammengebaut. Laut Walker sollen Batterie, Elektromotor, Stoßfänger und Scheinwerfer aus deutscher und europäischer Produktion stammen.

Aus Sicht von Günthner haben vor allem „infrastrukturelle Vorteile“ für die Borgward-Rückkehr gesprochen. Bremen sei eine Autostadt. „Bremen hat Auto im Blut.“ Subventionen zahle das Land dem Autobauer nicht, sagt der Senator.

Kehrt Borgward heim?

„Borgward und Bremen haben die einmalige Chance, einen Neuanfang zu starten“, sagt Christian Borgward, Aufsichtsratschef der Borgward-Gruppe und Enkel des Firmengründers Carl F. W. Borgward. Und weiter: „Zu sehen, dass Träume sich erfüllen können und ich das Lebenswerk meines Großvaters fortführen kann, übertrifft meine kühnsten Erwartungen.“ Seit zehn Jahren bastelt der Enkel an der Wiedergeburt der legendären Automarke. Auf der Automobilausstellung IAA 2015 in Frankfurt wurde der BX 7 vorgestellt, der erste neue Borgward aus chinesischer Produktion. Seit Juni wird der SUV in China produziert. Bis Ende Oktober sollen 20 000 Autos ausgeliefert worden sein. „Das ist eine ganz schöne Nummer“, sagt Christian Borgward.

Die „Rückkehr der Legende“ weckt in der Hansestadt schon heute Emotionen. Dass Borgward jetzt wirklich wieder Autos produziere, sei „einfach großartig“, sagt Marion Kayser vom Borgward-Club Bremen.

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