Ausnahmsweise pünktlich

Eiswettschneider legt neues Boot auf Kiel

Eiswettschneider Peter Lüchinger (r.) legt unter den Augen von DGzRS-Inspektor Carl Göner eine Replik der ältesten unter städtischer Hoheit geprägten Münze Bremens in das Kollisionsschott des neuen Seenotrettungsbootes. - Foto: DGzRS

Bremen - Der Eiswettschneider mit seinem losen Mundwerk ist bei der traditionellen Bremer Eiswette am Dreikönigstag (6. Januar) ein Höhepunkt.

Stets sorgen die Seenotretter dafür, dass er trockenen Fußes die Weser überqueren kann – schließlich wird anschließend immer kräftig für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gespendet. Am Montag übernahm der Eiswettschneider alias Peter Lüchinger von der Bremer Shakespeare Company (BSC) eine ganz andere Aufgabe: Er legte ein neues Seenotrettungsboot auf Kiel.

Das Boot wird aus den Spenden der Eiswettgenossen und ihrer Gäste finanziert. „Die Eisprobe am 6. Januar kann ohne mich nicht anfangen, dabei kann ich also ruhig zu spät kommen“, scherzte Peter Lüchinger in gewohnter Weise. „Bei den Seenotrettern pünktlich zu sein, ist hingegen Ehrensache.“ Der angeblich 99 Pfund schwere Schneider prüft am Dreikönigstag, ob „de Werser geiht oder steiht“, die Weser also fließt oder zugefroren ist. Das war früher wichtig für Handel und Schifffahrt.

Zur Kiellegung erschien der Schneider auf der Fassmer-Werft in Berne zünftig mit Zylinder, Frack und Bügeleisen. Lüchinger legte in den jüngsten Neubau der DGzRS eine Replik der ältesten unter städtischer Hoheit geprägten Münze Bremens aus dem Jahr 1542 ein. „Da steht ,Moneta Nova‘ drauf, also ,neues Geld‘. 

Das brauchen die Seenotretter ständig, um bei jedem Wetter ihre Einsätze zu fahren“, brachte es der Eiswettschneider gewohnt deutlich auf den Punkt. DGzRS-Inspektor Carl Göner zeigte ihm den richtigen Platz: Während früher ein Geldstück unter dem Kiel lag und während der Bauzeit mit ansteigendem Gewicht zunehmend plattgedrückt wurde, findet bei heutiger Bauweise „kieloben“ die Münze Platz in einer speziellen Öffnung an einem Bauteil.

Eiswett-Präsident Patrick Wendisch freute sich, dass in diesem Jahr 450.000 Euro beim Stiftungsfest zusammengekommen waren – ein Rekord. Dieses Geld und der Erlös des Stiftungsfestes 2017 werden das neue Boot (Länge: 10,1 Meter) fast vollständig finanzieren. 

Es trägt die interne Bezeichnung SRB 67 und ist Teil einer Serie von sechs baugleichen Einheiten. Sie werden im Laufe der Jahre 2017 und 2018 abgeliefert. Jeweils drei von ihnen entstehen auf den Werften Fr. Fassmer in Berne und Tamsen Maritim in Rostock. Sie ersetzen ältere Boote.

gn

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