„Sehnsuchtslieder“ im „Golden City“

Aufbruch, Abschied und Heimat

Man muss einem Thema nur den richtigen Rahmen geben: Szene aus dem Musiktheaterstück „Sehnsuchtslieder von der Gegenküste“ in der temporären Hafenbar „Golden City“ am Kopf des Europahafens. - Foto: Jan Meier

Bremen - Von Thomas Kuzaj. An diesem Wochenende ist es in der temporären Hafenbar „Golden City“ am Europahafen noch einmal zu sehen – das Musiktheaterstück „Sehnsuchtslieder von der Gegenküste“ mit „Golden-City“-Initiatorin Frauke Wilhelm, Schauspielerin und Regisseurin Nomena Struß sowie Musikern aus Syrien, Afghanistan und dem Iran.

Es treten auf: Ali Ashkar, Arman Ashkar, Youssif Ashkar, Alan Abdo, Bassam Alatassi, Tamam Almerei, Frederic Drobnjak, Atef Ranjbar, Amir Houshmand, Nasr Kalaf, Ayman Majzoub und Mohamad Almansour. Projektmanagement: Ulrike Osten, Marvin-Georg Otten, Dolmetscher: Hoda Mobasher, Bashar Ebrahem.

Die Themen „Aufbruch in die Fremde“, „Abschied“, „Sehnsucht“, „Suche nach Heimat“ und die dazu passenden Melodien der deutschen Hafenschlager und Chansons der 50er und 60er Jahre bilden ja seit Jahren schon das musikalische und textliche Material für den Sound des Projekts „Golden City“, das Themen aus der Waller (Hafen-)Geschichte mit zeitgenössischen Entwicklungen in der Überseestadt (und Bremen überhaupt) verknüpft. Und zwar stets auf die möglichst unterhaltsamste Weise.

Der Autor Artur Becker stellt seinen Essay-Band „Kosmopolen“ in Bremen vor. - Foto: Bremer Literaturkontor

Für die „Sehnsuchtslieder von der Gegenküste“ wurde seit Anfang März mit Musikern geprobt, die gegenwärtig in den Notunterkünften und Containerdörfern in der Überseestadt leben. Es galt, die entsprechenden Lieder „von der jeweils anderen Seite des Meeres“ zu finden – „in einem bunten Kauderwelsch aus Arabisch, Farsi, Kurdisch, Deutsch und Englisch, in verschiedenen musikalischen Koordinatensystemen und mit viel Engagement“, wie es im „Golden City“ heißt.

Die Vorstellungen: Sonnabend, 20. August, 20 Uhr, und Sonntag, 21. August, 18 Uhr. Eintritt: zehn Euro; zusätzliche Spenden sind willkommen. Das „Golden City“ öffnet in diesem Jahr bis zum 17. September.

Leporello aus 300 Teilen

Finissage bei Tilman Rothermel in der „Galerie am Schwarzen Meer“ (Am Schwarzen Meer 119–121): Zum Ende der Ausstellung „Metropolis“, für die 300 internationale Künstler druckgrafische Interpretationen zum titelgebenden Thema lieferten, wird noch einmal das 300-teilige Leporello gezeigt, sagt Rothermel. Der Termin: Sonntag, 28. August, 17 bis 19 Uhr. Obendrein sind Holzschnitte des Initiators dieses Projektes, Andreas Kramer, zu sehen – und weitere Arbeiten von Thomas Rohrmann sowie Rothermel selbst.

Becker stellt „Kosmopolen“ vor

„Artur Becker kennen wir mit und durch einige hinreißende Romane, die er uns schon mehrfach in den Räumen unserer Buchhandlung vorgestellt hat – es war immer ein großes Vergnügen“, sagt Angelika Plückebaum von der Buchhandlung Leuwer (Am Wall 171).

Nun ist es wieder einmal so weit: Am Donnerstag, 25. August, stellt der Autor dort seinen Essay-Band „Kosmopolen – Auf der Suche nach einem europäischen Zuhause“ vor. Die Lesung im Rahmen der Reihe „Bremer Buchpremiere“ beginnt um 19 Uhr. Moderation: Bernd Gosau.

„Artur Becker hat aus seinem polnischen Herzen eine Heimat gemacht. Und das mitten in Deutschland. Damit hat er ein wetterfestes Zuhause erschaffen, das ihm niemand wegnehmen kann. Das ist eine Integration, von der man nur träumen kann“, sagt der österreichische Schriftsteller Radek Knapp.

„Souverän und mutig zeigt Becker Deutschen und Polen einen Ausweg aus der vermeintlichen Erbfeindschaft und ruft das Gemeinsame, Verbindende jenseits der nationalen Verblendung in Erinnerung“, so Plückebaum.

Artur Becker, 1968 in Masuren geboren, lebt seit mehreen Jahrzehnten in Deutschland – er wohnt in Verden und veröffentlicht Romane, Erzählungen, Gedichte und (eben) Essays. „Wir, die deutsche Sprache und ich, haben uns 1975 kennengelernt, als ich sieben Jahre alt war. Verwandte mit ihren Freunden besuchten meine Eltern in Bartoszyce und am Dadaj-See in Masuren, meiner Heimat“, schreibt er in „Kosmopolen“.

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