74. erfolgreicher Start in Serie

Ariane 5 stellt Rekord der Ariane 4 ein

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Am Mittwochabend startete eine Ariane 5 mit zwei Telekommunikationssatelliten an Bord von Kourou aus ins All. 

Bremen/kourou - Von Jörg Esser. Ariane 5 bleibt auf Erfolgskurs. Die europäische Trägerrakete ist vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus zum 74. Mal in Folge erfolgreich ins All gestartet und hat auf der Mission zwei Telekommunikationssatelliten in ihre Umlaufbahn gebracht. Die Oberstufe, mithin das „Gehirn“ der Trägerrakete, wird bei Airbus Defence and Space in Bremen entwickelt und gebaut.

„Damit zieht die Ariane 5 mit der Ariane 4 gleich“, sagte eine Sprecherin von Airbus Safran Launchers. Das im Januar 2015 gegründete Joint Venture von Airbus Defence and Space und dem französischen Technologiekonzern Safran ist Hauptauftragnehmer für die Ariane 5. Die Ariane 4 übrigens war bis zum Jahr 2003 im Einsatz. Nach 74  erfolgreichen Starts in Serie wurde ihre Produktion eingestellt und der volle operationelle Betrieb mit der Ariane 5 aufgenommen.

Und für die war es der fünfte Start in diesem Jahr. Auf ihrem Flug transportierte die Trägerrakete eine Bruttonutzlast von knapp zehn Tonnen in den Orbit. Davon entfielen 9,8 Tonnen auf die beiden Satelliten Sky Muster 2 (Australien) und GSAT-18 (Indien). Der Ariane-Flug trug laut Airbus Safran Launchers zudem zur weiteren Entwicklung der Ariane 6 bei. Nach Abschluss der kommerziellen Mission sei die Bewegung der Resttreibstoffmengen untersucht worden, die über mehrere Sensoren und eine im Tank der Oberstufe angebrachte Kamera beobachtet wurden, sagte die Sprecherin. „Dies verbessert das Verständnis dafür, wie sich Resttreibstoffe während der für die neuen Missionen der Ariane 6 erforderlichen langen Ballistikphasen verhalten.“

„Das Herz der Ariane 6 beginnt zu schlagen“

Der Erstflug der neuen Trägerrakete ist für 2020 geplant, die volle Einsatzfähigkeit des neuen Startsystems im Jahr 2023. Bis dahin bleibt die Ariane 5 im Einsatz. „Unsere Ambition ist es, mit ihr vor der Inbetriebnahme der Ariane 6, deren Erstflug für das Jahr 2020 geplant ist, noch viele weitere Zuverlässigkeits- und Leistungsrekorde aufzustellen“, sagt Alain Charmeau, CEO von Airbus Safran Launchers.

Der Entwicklungsvertrag für die neue Trägerrakete mit einem Finanzvolumen von 2,4 Milliarden Euro wurde von Airbus Safran Launchers und der europäischen Weltraumorganisation Esa im August 2015 unterzeichnet. Die Auslegung und die industrielle Aufstellung sind abgeschlossen worden. „Das Herz der Ariane 6 beginnt zu schlagen“, sagt Charmeau.

Bart Reijnen, Bremer Standortleiter und bei Airbus Defence and Space verantwortlich für bemannte Raumfahrt und Exploration, sagt: „Die Ariane 6 ist keine Revolution, sondern eine Evolution, um die Produktionskosten zu senken.“ Laut Charmeau wird die Ariane 6 um die Hälfte günstiger.

Auf dem Programm der Ariane 5 stehen in diesem Jahr zwei weitere Missionen. Im November soll die Trägerrakete vier Galileo-Navigationssatelliten ins All transportieren, im Dezember zwei Telekommunikationssatelliten.

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