Die beiden letzten Weißhandgibbons aus Huchting sind in die Botanika umgezogen 

Die Affenbande ist komplett

Nach den Nachzuchten sind jetzt auch die beiden Weißhandgibbons „Lucy“ (Foto) und „Bubi“ in die Botanika umgezogen. - Foto: Brüning/Botanika

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Einen alten Baum verpflanzt man nicht, sagt das Sprichwort. Kein Wunder also, dass der Umzug der beiden älteren Weißhandgibbons aus dem ehemaligen Gartencenter Vida in Huchting ins grüne Wissenschaftscenter Botanika unter besonderen Vorzeichen stand. Denn bei dem Männchen namens „Bubi“ handelt es sich um einen der ältesten Weißhandgibbons weltweit, wie Sprecherin Sylvia Schuchardt sagt. Seit wenigen Tagen vervollständigen „Bubi“ und seine Partnerin „Lucy“ die Affenbande der Botanika.

Mit 44 Jahren zählt der Primatenmann, der leicht an seinem hervorstehenden Eckzahn zu erkennen ist, zu den ältesten seiner Art. „Anzusehen ist ihm sein hohes Alter allerdings nicht“, so Schuchardt. „Bubi“ und „Lucy“ (14) erkunden nun neugierig ihr neues Heim in Horn.

Bis der Umzug aus Huchting erfolgen konnte, brauchte es mehrere Anläufe, wie es heißt. Denn entgegen der Planung von Altbesitzer Josef Vida und den Mitarbeitern der Botanika wollten die beiden Weißhandgibbons über mehrere Tage von ihren Schlafboxen nichts wissen. Schuchardt : „Als wenn sie geahnt hätten, dass ihre gewohnten Schlafplätze als Transportbox quasi zweckentfremdet werden sollten, suchten sich die beiden kleinen Menschenaffen einfach immer wieder andere Schlafplätze in ihrem Huchtinger Gehege.“ Dabei sollten die Boxen doch gleich frühmorgens – noch ehe die Tiere richtig wach gewesen wären – verschlossen, verladen und zur Botanika transportiert werden. Nach mehreren Anrufen zwischen den beiden Einrichtungen, dass aus dem Umzug erstmal nichts wurde, hatten die Affen schließlich vor ein paar Tagen ein Einsehen und ließen sich mit ein paar Leckerlis in ihre Boxen locken.

Fahrt und Ankunft in der Botanika verliefen den Angaben zufolge reibungslos. Weder der betagte „Bubi“ noch seine Gefährtin „Lucy“ zeigten Scheu vor der neuen Umgebung. Schuchardt: „Inzwischen scheinen die beiden sich auch schon richtig eingelebt zu haben. So hat jeder seinen bevorzugten Schlaf- und Ruheplatz im Innengehege. Und auch die Außenanlage wird ausgiebig genutzt.“ Im Vergleich zu den beiden Jungtieren, die die Besucher in der Botanika bereits seit drei Wochen in einem eigenen Gehege mit ihrer schwungvollen Akrobatik erfreuen, geht es bei „Bubi“ und „Lucy“ deutlich ruhiger zu.

Aus Anlass der nun vollständigen Affenbande gibt es am Sonnabend, 15. Oktober, um 16 Uhr eine kommentierte Fütterung vor dem Gehege der Jungtiere „Knuppy“ (4) und „Wody“ (knapp zwei Jahre alt). Die kleine „Wody“ und ihr Bruder „Knuppy“ sind eigene Nachzuchten. Völlig überraschend hatte „Lucy“ am 4. Juli ein weiteres Äffchen zur Welt gebracht. Da sie es nicht annehmen wollte, übernahm die Botanika das Weißhandgibbon-Baby bereits im Alter von zwei Wochen. Seitdem wird es von den Pflegern rund um die Uhr betreut, mit nach Hause genommen, da es auch nachts die Flasche braucht. Tagsüber begleitet „Jupp“ (nach Josef Vida) immer mal wieder einen Pfleger in die Botanika. „,Jupp' entwickelt sich prächtig“, versichert Schuchardt im Gespräch mit unserer Mediengruppe. Zurück zu Mama „Lucy“ kann das Affenbaby nicht mehr, auch wenn diese jetzt in der Botanika ihr Zuhause bezogen hat. Die Handaufzucht soll aber langfristig ins Gehege der Geschwister ziehen. Doch das dauert noch, schließlich will „Jupp“ vorerst weiter alle paar Stunden sein Fläschchen haben. Der Gibbon bleibt zunächst hinter den Kulissen, ist für die Öffentlichkeit nicht zu sehen.

Wie berichtet, mussten sich Josef Vida und seine Frau Renate Anders von ihrem großen Privatzoo am Gartencenter mit zeitweise mehr als 250 Tieren aus gesundlichen Gründen schweren Herzens trennen. Seit den 80er Jahren hatten sie den Zoo in Huchting aufgebaut. Die Weißhandgibbons waren die letzten Tiere hier. Die Botanika entschied sich, diese aufzunehmen. Die Weißhandgibbons sind die ersten Säugetiere, die dauerhaft im grünen Wissenschaftscenter bleiben. Die in Südostasien selten gewordenen Gibbons seien „eine tolle Ergänzung zu den anderen Tieren bei uns“, so Botanika-Geschäftsführerin Petra Schäffer.

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