Amtsgericht lehnte Antrag ab

Bremer Salafist sollte wegen Mordkomplotts in Polizeigewahrsam

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Polizisten und Spezialkräfte durchsuchten insgesamt neun Wohnungen und Geschäfte der Salafistenszene.

Bremen - Bisher ist es nur ein Verdacht, doch die Ermittler nehmen die Hinweise auf ein mögliches Mordkomplott unter Bremer Salafisten ernst: Weil die Beweise für einen Haftbefehl nicht reichen, wollte die Staatsanwaltschaft einen der Verdächtigen zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam nehmen lassen.

Das Amtsgericht habe dies aber abgelehnt, sagte Staatsanwältin Petra Meyer am Donnerstag. Deshalb befindet er sich wie die anderen acht Verdächtigen weiterhin auf freiem Fuß. Spezialeinheiten aus mehreren Bundesländern hatten am Dienstag mehrere Wohnungen und Geschäfte in Bremen durchsucht. Zuvor hatte die Polizei zwei anonyme Hinweise erhalten, wonach die neun Verdächtigen zwei Salafisten wegen eines Streits um die Auslegung des Korans töten wollten.

Zwei Männer sollen sie in wechselnder Beteiligung Ende vergangener Woche angegriffen und verletzt haben. Eines der beiden Opfer ist nach einem Medienbericht jetzt in die Türkei ausgereist. "Wir wissen nicht, ob er das Flugticket schon vorher gekauft hatte oder ob das eine Reaktion auf den Angriff war", sagte Meyer.

Unklar ist auch noch immer, ob es sich bei den beiden Verletzten um die Männer handelt, die möglicherweise getötet werden sollten. Bei der Razzia hatten die Ermittler Handys, Computer und Waffen beschlagnahmt. In der Wohnung des bereits verurteilten Salafisten fanden sie ein Messer.

Nach Angaben von Meyer hatte sich der Mann gegen die Durchsuchung seiner Wohnung gewehrt. Er war erst im Februar nach dreieinhalb Jahren Haft aus dem Gefängnis gekommen. Das Oberlandgericht München hatten ihn verurteilt, weil er eine Drohbotschaft des Terrornetzwerkes Al Kaida ins Internet gestellt und versucht hatte, in ein Ausbildungslager der Terroristen zu gelangen.

Ob es sich bei dem sichergestellten Messer um die Tatwaffe bei den Überfällen der vergangenen Woche handelt, soll eine DNA-Analyse zeigen. Die Staatsanwaltschaft rechnet mit dem Ergebnis in frühestens ein bis zwei Wochen. Dann soll auch die Auswertung der Handys und Computer vorliegen.

dpa

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