Bremen

16-Jähriger posiert mit Waffen im Internet - Hausdurchsuchung

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Diese Waffen stellte die Polizei im Elternhaus eines 16-Jährigen in Hastedt sicher.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Einmal ein ganz anderes Erwachen hat die Bremer Polizei einem 16-jährigen Schüler im Elternhaus in Hastedt beschert: Aufgrund von Hinweisen auf Waffen weckten Kriminalbeamte den Jugendlichen am Donnerstag in aller Frühe. Und: Sie wurden fündig.

Mit einem Durchsuchungsbeschluss nahmen die Ermittler die Wohnräume im Elternhaus des Jungen unter die Lupe. Sie fanden elf Waffen, darunter zwei scharfe. Grund für das polizeiliche Erscheinen waren Äußerungen des Schülers in einem Internet-Chat. Wie die Polizei am Freitag berichtete, hatte der Jugendliche ein Video gepostet, in dem er sich mit einer Schusswaffe während des Ladevorgangs präsentierte. Zudem zeigte er im Chat ein Foto mit weiteren Waffen und behauptete, so die Polizei, damit geschossen zu haben. Den Angaben zufolge hatte sich ein aufmerksamer Chatteilnehmer aus Schleswig-Holstein an die Polizei gewandt, weil er die Situation nicht richtig einzuschätzen wusste.

Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes

Die Beamten förderten bei der Durchsuchung elf Schusswaffen zutage, darunter waren laut Polizei zwei scharfe Waffen, für die der Besitzer eine Erlaubnis braucht. Außerdem stellten die Ermittler drei Schreckschuss-, zwei Soft-Air- und vier „Anscheinswaffen“ sicher. Wie es heißt, sollen die Waffen dem Vater des 16-Jährigen gehören. Auch gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes eingeleitet. Verantworten muss sich der Papa nach Polizeiangaben auch, weil er die Waffen nicht sicher aufbewahrt hat. Wie es heißt, hatte der Schüler im Elternhaus ungehindert Zugriff auf alle Waffen. Seine Äußerungen im Chat will der 16-Jährige nur gemacht haben, um cool zu sein und anzugeben, berichtete die Polizei über die Aussage des Jugendlichen.

Polizei warnt vor Veröffentlichung von Waffen-Fotos

Zugleich warnte die Polizei vor einer Veröffentlichung von Bildern mit Waffen in den sozialen Netzwerken. Ein Sprecher: „Ob erlaubnispflichtige oder erlaubnisfreie Waffen, sie lösen immer wieder polizeiliche Einsätze aus.“ Dabei könne die Polizei nicht immer auf den ersten Blick erkennen, was echte Schusswaffen seien und was nicht. Durchaus könne es zu Polizeieinsätzen kommen, bei denen die Beamten Gebrauch von ihren Waffen machten. So geschehen beispielsweise bei einem Einsatz im März in einem Mehrfamilienhaus an der Tiefer. Dabei war aus der Wohnung heraus aus einer täuschend echten Waffe ein Schuss auf die Polizei abgegeben worden. Ein Beamter schoss zurück und verletzte die 17-Jährige schwer. Im Juni stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Beamten ein. Er habe sich in einer Notwehrsituation befunden und nicht erkennen können, dass es sich um eine Schreckschusswaffe gehandelt habe.

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