Nebenwirkungen oftmals heftig

So gefährlich sind rezeptfreie Medikamente 

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Jedes Medikamente hat Nebenwirkungen. Nur weil es Arzneimittel ohne Rezept in der Apotheke zu kaufen gibt, sind diese nicht harmlos.

Schmerzmittel oder Vitamine gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Gedankenlos werfen viele Deutschen diese Tabletten ein. Dabei sind die Nebenwirkungen der Mittel oft heftig und alles andere als gesund.

Kopfschmerzen, Verstopfung oder Sodbrennen -  Mittel gegen diese Beschwerden gibt es ohne Rezept in der Apotheke zu kaufen. Jede dritte Packung, die über die Ladentheke wandert, dient zur Selbstmedikation, wie eine Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt.

Ohne über Risiken oder Nebenwirkungen nachzudenken, schlucken viele schnell eine Tablette. Rezeptfrei bedeutet aber nicht harmlos, selbst wenn das viele Menschen glauben.

"Jedes Medikament hat Wirkungen und Nebenwirkungen - auch freiverkäufliche Arzneimittel", sagt  Dr. Sebastian Kobold, klinischer Pharmakologe vom Klinikum der Universität München. Nebenwirkungen sind ein unterschätztes Risiko. In der Praxis können sich schon Probleme zeigen, wenn ältere Menschen oder Patienten mit einer Vorerkrankung bei akuten Beschwerden zu Fiebermittel oder Schmerzmittel greifen. 

"Grundsätzlich ist es nicht empfehlenswert, ein Medikament in Eigenregie - ohne Diagnose - jeden Tag einzunehmen" sagt Dr. Kobold. "Wer immer wieder zu Schmerz- oder Abführmitteln greift, sollte die Ursache für seine Symptome unbedingt abklären lassen." 

Vorgeschriebene Dosis und Anwendungsdauer sind, laut Dr. Kobold, unbedingt zu beachten, um Schäden für die Gesundheit zu vermeiden. 

Was viele nicht wissen: Jeder kann auf Medikamente allergisch sein. Sonst gut verträgliche Inhaltsstoffe können Pickel oder Ausschläge verursachen, aber auch lebensgefährliche Reaktionen hervorrufen.

Einige rezeptfreie Medikamente sind sehr beliebt. Aber über ihre Risiken und Nebenwirkungen sollten Sie sich trotzdem im Klaren sein.   

Schmerzmittel

Paracetamol, Aspirin und Ibuprofen hat fast jeder zu Hause in der Schublade. Sie lindern Fieber, Kopf- oder Rückenschmerzen. Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen sind bekannte Nebenwirkungen dieser Medikamente. Obendrein hat jedes Schmerzmitteln eine Besonderheit:    

  • Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS): ASS ist ein Klassiker unter den Schmerzmitteln: Das Medikament kann Geschwüre und Blutungen im Magen und Darm hervorrufen. Neben Magenschäden kann es zudem Asthmaanfälle auslösen und die Nieren angreifen.

Aspirin wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern verdünnt auch das Blut. Diese Nebenwirkung ist bei bestimmten Krankheiten erwünscht, bei Operationen kann das aber zu Komplikationen führen.

  • Ibuprofen: Bei Rücken und Gelenkschmerzen kommt das Schmerzmittel Ibuprofen zum Einsatz. Ibuprofen kann den Magen und Darm angreifen. Der Wirkstoff kann daneben auch das Herzinfarktrisiko erhöhen, wie sich herausgestellt hat.

Bei einer Erkältung lindert Ibuprofen Gliederschmerzen, aber es unterdrückt gleichzeitig leichtes Fieber. Eine wichtige Immunreaktion des Körpers, um eine Infektion zu bekämpfen. Erkältungen können deswegen sogar länger dauern.

  • Paracetamol ist bei Fieber und Schmerzen das Mittel der Wahl. Bei einer falschen Dosierung kann Paracetamol Leberschäden verursachen. Das Medikament hat obendrein einenverblüffende Wirkung auf unsere Gefühle, wie Forscher herausgefunden haben.  

Wirkstoff

gängige Anwendungsgebiete

bekannte Nebenwirkungen

Paracetamol

Fieber und Schmerzen

u.a.

Leberschäden

ASS

Kopf-und Gliederschmerzen

u.a Magenblutungen

Ibuprofen

Gelenk-und Rückenschmerzen

u.a Bluthochdruck, Schlaganfälle

Rezeptfreie Nasensprays

Bei Schnupfen versprechen Nasensprays einen freien Atem. Die Wirkstoffe Xylometazolin, Oxymetazolin, Tramazolin oder Naphazolin verengen kurzfristig die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut und lassen diese abschwellen. Gefährlich ist der Gewöhnungseffekt: Obwohl der Schnupfen vorbei ist, schwillt die Nase ohne Spray zu.    

Omeprazol -  Protonenpumpenhemmer

Gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen gibt es Omeprazol ohne Rezept zu kaufen. Die Wirkstoffe sind sogenannter Protonenpumpenhemmer. Sie bremsen die Produktion der Magensäure in der Magenschleimhaut.

Bedenkliche Nebenwirkungen der Säureblocker: Neben Verdauungsstörungen und Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, behindern sie die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm.

Vitamin C

Vitamine gelten als Wunderwaffe. Wir müssen sie mit dem Essen aufnehmen, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Vorsorglich schlucken deswegen viele Menschen Vitamin C. Auf den Verlauf einer Erkältung hat Vitamin C allerdings kaum eine Wirkung, wie sich in Studien zeigte.    

100 Milligramm Vitamin C sollte man laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung jeden Tag zu sich nehmen. Das entspricht etwa einer halben Paprikaschote oder 10 Gramm Hagebutte oder einem Glas Orangensaft oder zwei Kiwis oder drei großen Kartoffeln. Aber auch viele andere frische Lebensmittel oder angereicherte Produkte enthalten Vitamin C.

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