Eine aussterbende Art

David Bowie ist tot - Ein Überblick über einige der letzten Rockstars

Von Aretha Franklin bis Keith Richards: Musiker, die Geschichte schreiben.

Syke - Von Mareike Bannasch, Pascal Faltermann und Rolf Stein.  Wieder einer weniger: Nach Lemmy Kilmister reißt nun der Tod von David Bowie eine neue Lücke in den ohnehin recht dezimierten Club der letzten echten Rock- und Popstars.

Musiker, die von ihren Fans frenetisch gefeiert werden, die Massen in den Stadien versammeln und quasi nebenbei Musikgeschichte schreiben. Oder ihren Einfluss nutzen, um den Politikern mal so richtig Dampf unter dem Hintern zu machen. Doch wer bleibt nun, nachdem sich Bowie auf die Reise zu Major Tom gemacht hat? Welche Rockstars hat die Welt also heute noch zu bieten? Hier eine – natürlich rein subjektive – Liste.

Jerry Lee Lewis

Jerry Lee Lewis (80): 2006, da war er immerhin schon biblische 70 Jahre alt, veröffentlichte Lewis, der erste große Wilde der Rock-Musik, das Album „Last Man Standing“. Wobei der Titel ein bisschen geflunkert war: Auch Chuck Berry (89) und Little Richard (83), die zeitgleich mit Lewis den Rock'n'Roll erfanden, sind schließlich heute noch am Leben. Allerdings nehmen beide schon seit Längerem keine neue Musik mehr auf. Während Jerry Lee Lewis, den sie auch „The Killer“ nannten, trotz einer nicht nur an Hits wie „Great Balls of Fire“ oder „Whole Lotta Shakin‘ Going‘ On“, sondern auch an Skandalen und Exzessen alles andere als armen Karriere, erst im vorletzten Jahr das Album „Rock and Roll Time“ veröffentlichte. Wobei übrigens Gäste wie Keith Richards, Neil Young und Ron Wood gern aushalfen – die wissen eben, wer ihr Meister ist.

Bob Dylan

Bob Dylan (74):  Kaum einer hatte so viel Einfluss auf die Musikgeschichte wie Robert Allen Zimmerman (so sein richtiger Name). Dank seiner poetischen Texte wurde der amerikanische Folk- und Rocksänger, Gitarrist und Dichter zur Legende. Spätestens seit dem Durchbruch mit der Bürgerrechtshymne „Blowing in the Wind“ verehren ihn nicht nur seine Fans, sondern auch viele Musikerkollegen – so trug Jimi Hendrix immer ein Dylan-Songbook mit sich herum. Ein Rummel, der manch einem zu Kopf gestiegen wäre. Nicht so Bob Dylan, er wollte immer nur der einfache Künstler sein, der Lieder über die Gestrandeten und Gescheiterten dieser Welt schreibt. Seit 1988 tingelt er mit der „Never Ending Tour“ durch die Weltgeschichte – bleibt nur zu hoffen, dass er noch ein Weilchen durchhält.

Aretha Franklin

Aretha Franklin (73): Diese Stimmgewalt, dieser Soul, diese Kraft, diese Technik. Aretha Louise Franklin wird liebevoll als die „First Lady of Soul“ bezeichnet. Im Chor groß geworden, stets im Gospel verwurzelt, veröffentlichte die in Memphis, Tennessee, geborene Sängerin und Pianistin unzählige Alben. Songs wie „Respect,“ „Oh Happy Day“ oder „I Say a Little Prayer“ wurden zu Hits auf der ganzen Welt. Ihre Live-Version des Carole-King-Klassikers „(You Make Me Feel like) a Natural Woman“ sang sie mit jeder Faser und rührte Menschen damit zu Tränen. Die Tochter eines bekannten Baptistenpredigers inspirierte Künstler wie Whitney Houston, Alicia Keys oder Annie Lennox und wurde mehrfach mit Grammys und Musikpreisen ausgezeichnet. Aufgrund extremer Flugangst tritt sie seit den 80ern nur noch in Nordamerika auf.

Paul McCartney

Paul McCartney (73): Es dauerte eine Stunde bis Sir James Paul McCartney 2015 beim Roskilde Festival mit dem Publikum im Einklang war. Im Aufwärmprogramm brachte sich der Beatles-Songwriter mit seinen eigenen Songs auf Betriebstemperatur. Dann feuerte er die Beatles-Hit-Salven ab und euphorisierte das Publikum. Als Solokünstler widmete sich der in Liverpool geborene Multi-Instrumentalist auch elektronischer und klassischer Musik. Die Klassiker sind aber seine Beatles-Songs: „Hey Jude,“ „Penny Lane“ und „Let It Be“ sollen eindeutig aus seiner Feder sein. Als Sänger und Bassist der britischen Rockband wurde er weltberühmt, sein Stück „Yesterday“ gilt als der meistgespielte Popsong aller Zeiten.

Keith Richards

Keith Richards (72): Im Internet kursiert ein sogenanntes Meme, das die Frage aufwirft, was für eine Welt wir Keith Richards hinterlassen möchten. Was die innige Hoffnung ausdrückt, dieser wohl ikonischste aller Rockmusiker möge uns doch alle überleben. Was sich nicht wenige allerdings auch von Lemmy gewünscht hatten. Immerhin: Keef, wie seine Fans ihn nennen, scheint nach wie vor putzmunter. Im Februar und März will er mit den Rolling Stones Lateinamerika unsicher machen und mit seinen unnachahmlichen, hinreißend schlampig gespielten Riffs unsterbliche Songs wie „Gimme Shelter“ oder „Sympathy For The Devil“ adeln. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Bruce Springsteen

Bruce Springsteen (66): Mit 66 Jahren, da fängt der Spaß für Bruce Springsteen erst so richtig an. Im Rentenalter sprintete „The Boss“ bei Konzerten dreieinhalb Stunden über die Bühne, als sei er 40 Jahre jünger. Der Sänger aus dem US-Bundesstaat New Jersey soll bereits mehr als 130 Millionen Alben und DVDs verkauft haben, die ersten Werke erschienen vor mehr als 40 Jahren. Er schrieb nicht nur Songs über Frauen, Liebe und den amerikanischen Traum, sondern wurde auch politisch und gesellschaftskritisch. Er gehört zu den mächtigsten Männern des Rock-Genres und hat ganze Generationen von Singer-Songwritern – von Eddie Vedder über Bon Jovi bis zu Chuck Ragan – beeinflusst. Songs wie „Born in the U.S.A.“, „Dancing in the Dark“ oder „Streets of Philadelphia“ singt das ganze Fußballstadion mit.

Madonna

Madonna (57):  Lustvolle Sünderin, mütterliche Ikone, skrupelloses „Material Girl“ und mehr oder weniger erfolgreiche Kinderbuchautorin: Keine hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so oft neu erfunden wie Madonna Louise Veronica Ciccone. Ausgestattet mit dem richtigen Riecher für Trends und öffentlichkeitswirksame Skandale prägt sie seit 30 Jahren die internationale Popszene. Kaum ein Auftritt, nachdem nicht irgendeine Glaubensgemeinschaft Anzeige erstattet. Kontroverse zieht – wenn eine diese Weisheit für sich produktiv gemacht hat, dann Madonna. Da ist es auch egal, dass ihre Stimme eigentlich nicht allzu viel hermacht – ausverkaufte Shows und Spitzenplätze in den Charts sind ihr trotzdem sicher. Vermutlich auch, weil die Queen of Pop eines verstanden hat: Wie wichtig es ist, die Herren hinter dem Mischpult ab und an auszutauschen.

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