Neun Verletzte, viele geschockte Gesichter und die Frage nach dem Warum – Nach dem tragischen Unglück gestern auf dem Bremer Freimarkt, bei dem sich eine Gondel des Fahrgeschäfts "die Krake" aus der Verankerung löste und in einige Zuschauer schlitterte, hat vielerorts Bestürzung ausgelöst.

© dpa
Der Unglücksort wurde von der Polizei schnell abgesperrt.
Fünf Besucher mussten ins Krankenhaus gebracht werden, eine Frau, die sich schwer verletzte, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Die Ursache für den Unfall ist derweil weiterhin unklar, die „Krake“ wird weiterhin von Polizei und Bauordnungsamt untersucht. „Ich gehe auch nicht davon aus, dass wir heute schon ein endgültiges Ergebnis haben werden“, erklärte Polizeisprecher Gundmar Köster. Zudem wollen die Ermittler im Laufe des Tages die Betreiberfamilie Uhse und zahlreiche Zeugen befragen.
Die Polizei hatte die „Krake“ am Donnerstagabend sofort nach dem Unglück abgesperrt. An dem Karussell drehen sich mehrere kleine Gondeln an fünf Fangarmen. Eine davon löste sich aus der Aufhängung, krachte auf die Bodenplatte und rutschte in die wartende Menge.
Der Vorsitzende des Bremer Schaustellerverbandes, Rudolf Robrahn, betreibt nur wenige Meter von der „Krake“ entfernt selbst ein Karussell. Der Unfall war für ihn ein Schock. „Wir haben die strengsten Sicherheitsvorkehrungen für solche Fahrgeschäfte.“ Der Besitzer der „Krake“ sei seit 20 Jahren dabei und habe sich immer mustergültig verhalten. „Ausschließen kann man so was aber nie zu 100 Prozent“, sagte er. Die Staatsanwaltschaft wird nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Familie Uhse einleiten. Das bestätigte Staatsanwalt Uwe Picard. Das Schausteller seien bis jetzt "äußerst kooperativ". Das Karussell wurde nun erstmal beschlagnahmt und soll auch nicht mehr in Betrieb gehen.
Trotz des Unfalls werden die Stände auf dem Freimarkt, der nach Angaben der Veranstalter zu den ältesten und größten in Deutschland gehört, am Freitag ganz normal öffnen. „Wir sind alle sehr betroffen“, sagte die stellvertretende Marktmeisterin Sigrid von Glahn. „Alles Weitere müssen nun die Sicherheitsbehörden klären.“ dpa / dapd
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