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Alle Sorgfalt nutzte nichts

Ursachensuche nach „Krake“-Unfall / „Es ist schwer, die Nerven zu behalten“

Alle Sorgfalt nutzte nichts

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Bremen - Von Ralf SussekDer Gondel-Unfall des Karussells „Krake“ mit neun Verletzten ist das Thema auf dem Freimarkt am gestrigen Freitag. Es liegt eine gedrückte Stimmung über der Szenerie.

Foto: dpa

Das Fahrgeschäft „Krake“ ist seit dem Unfall gesperrt. ·

Die meisten Verkaufsstände sind am späten Vormittag noch geschlossen. Das Karussell ist mit einem rot-weißen Band und der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ abgesperrt. Und kurz darauf verschwindet das komplette Fahrgeschäft hinter Absperrgittern.

Für einen Klassiker des Freimarkts ist der diesjährige Auftritt beendet. Die Staatsanwaltschaft hat, nachdem an einem weiteren Gondelarm ein Haarriss festgestellt worden ist, sämtliche Ausleger beschlagnahmt und abbauen lassen. Sie werden jetzt genau untersucht.

Die Frage nach dem Warum kann auch im Laufe des Tages nicht beantwortet werden. „Ungewöhnlich“ findet Peter Habedank aus der Abteilung Bautechnik des Senatsressorts, dass ein solcher Schaden sechs Jahre nach dem Umbau an einem Neuteil aufgetreten ist.

Mögliche Ursachen: Materialermüdung oder -fehler, vielleicht auch ein Konstruktionsmangel, heißt es. Nun muss das Untersuchungsergebnis abgewartet werden.

Auf der gestern Nachmittag vom Bauressort eilends einberufenen Pressekonferenz steht auch Christian Uhse, mit seinem Vater der Betreiber der „Krake“, Rede und Antwort. Der Unfall war für ihn nicht vermeidbar, der Haarriss nicht zu erkennen, heißt es. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft formell Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen ihn eingeleitet. Es verdient umso mehr Respekt, dass er sich den Fragen der Journalisten stellt.

Der Tag danach: Polizeiuntersuchungen an der Krake

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Es geht ihm offensichtlich schlecht, er ist betroffen, weil es gerade ihn getroffen hat, ihn, der in Schaustellerkreisen als äußerst sorgfältig, ja, fast schon pingelig gilt. „Er hat jeden Tag jedes Birnchen, jedes Kugellager geprüft, damit so etwas nicht passiert“, sagt eine Schaustellerin. Carl-Hans Röhrßen von der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte haut in dieselbe Kerbe: „Er hat im Winter so wenig Zeit, weil er das Karussell so ausführlich überprüft.“

Deshalb sieht Uhse zwar kein eigenes Verschulden, dennoch nimmt ihn all das spürbar mit. Uhse: „Die Nerven zu behalten, fällt mir auch schwer.“ Natürlich sei seine Familie geschockt, berichtet Uhse, der das Karussell zum Unfallzeitpunkt selbst steuerte. Kontakt zu der schwer-, aber nicht mehr lebensgefährlich verletzten 27-jährigen Frau im Krankenhaus konnte er noch nicht aufnehmen. „Die Polizei hat mir gesagt, dass das erst ab Montag möglich ist“, erklärt er.

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