Der Wahnsinn ist zurück

Große Namen der Szene auf der Reload-Bühne

„Comeback Kid“ unterzogen die Tanzwut der Besucher am Freitagnachmittag einer ersten Belastungsprobe.

Sulingen - Von Kerstin Hedwig Winter. Ein Einhorn schlendert vorbei, grüßt höflich und geht seines Weges, während sich zwei Meter weiter ein Trupp von 15 Menschen einer Partie „Flunky-Ball“ widmet und nur kurz inne hält, um einem Mann im offenen OP-Hemd Durchgang über ihr Spielfeld zu gewähren: Der Wahnsinn ist zurück in Sulingen. Er nennt sich „Reload Festival“ und bringt Menschen aus ganz Deutschland, große Namen der Metal-Szene und vorallem jede Menge Sonne mit sich.

Am Donnerstagabend fiel bereits mit der Warm-Up-Party der Startschuss für ein Wochenende ganz im Zeichen der Musik. Und nicht etwa irgendwelcher Musik, sondern bevorzugt jener, die laut ist, treibend – und die Menge vor der Bühne zu körperlichen Höchleistungen bei über 30 Grad anspornt.

Erneut hat das Reload mit einer Musik-Mischung aus Altem und Neuem Fans aus der gesamten Republik nach Sulingen gelockt. Gebucht wurde eine feine Auswahl jener Bands, die schon vor zehn, 15 oder gar 20 Jahren einen großen Namen in der Szene hatten und sicherlich von manchem einmal unter der Kategorie „Lieblingsband“ verordnet wurden. Bands wie „Limp Bizkit“, „Dog Eat Dog“ und „Fear Factory“ geben sich am Freitag die Ehre. Für frischen Wind sorgen die „jungen Wilden“ auf der Liste: „FJØRT“ oder auch „Friday Flashback“, die sich über den Band Contest einen Platz auf dem Reload erspielten.

So richtig leicht hatte es das Festival in der Vergangenheit nicht. Nach mehreren Umzügen und einer Zwangspause in 2014 scheint es nun in vielerlei Hinsicht Fuß zu fassen. Unter den Besuchern finden sich vermehrt Wiederholungstäter, die der Veranstaltung seit mehreren Jahren treu sind – und das nicht nur, weil es bei ihnen vor der Haustür liegt. Eine Entwicklung, die viele freuen dürfte, denn das Reload bringt doch jährlich große Künstler und etwas Abwechslung ins Mittelzentrum.

Und nicht nur die Besucher kommen immer wieder gern hierhin.

„Wir lieben das Reload, die Leute sind großartig“, erzählt Roman Kaminski, Einsatzleitung der Malteser. Sie sorgen mit etwa 40 Einsatzkräften vor Ort für das Wohl der Besucher, kümmern sich um Verletzungen und – bei den hohen Temperaturen – vermehrt um solche, die etwas zu viel Sonne abbekommen haben. Grundsätzlich würden die Besucher ja genug trinken, sagt Kaminski und muss schmunzeln: „Nur eben nicht das richtige.“ Damit es erst gar nicht zu einem Besuch im Zelt der Malteser kommt, sind mehrere Ausgabestellen eingerichtet, an denen sich die Besucher Wasser und damit etwas Erfrischung beschaffen können.

Reload-Festival - am Freitag

Anders als viele andere Festivals, die in diesem Jahr unter extremem Regen gelitten hatten – bis hin bis zum Abbruch – scheint das Reload wettertechnsich einen Glucksgriff gemacht zu haben. Das Wochenende verspricht Sonne satt – und auch für das entsprechende musikalische Programm ist gesorgt.

Für Samstag stehen unter anderem Auftritte von „Airbourne“, „Sodom“ und „Five Finger Death Punch“ auf dem Programm – ein gebührender Abschluss eines Festivals, das sich zu recht mehr und mehr etabliert. Karten sind noch an der Tageskasse zu haben.

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