Prozess um tote Babys in Wallenfels

Verteidiger: Mutter hat Schwangerschaft verdrängt

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Tote Babys im Haus versteckt: Der Staatsanwalt forderte für die Mutter eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes in vier Fällen.

Coburg - Im Prozess gegen die Mutter der acht toten Säuglinge von Wallenfels hat der Verteidiger auf eine konkrete Strafforderung verzichtet.

„Finden Sie eine Strafe, die auch der Not meiner Mandantin gerecht wird“, sagte der Anwalt Till Wagler am Freitag vor dem Landgericht Coburg. Die 45-Jährige habe die erste Schwangerschaft nach der Geburt ihrer lebenden Kinder verdrängt. Deshalb sei sie bei der Geburt in Panik geraten und habe das Kind getötet.

„Das mag für uns alle wirklichkeitsfremd erscheinen. Aber das ist ein Phänomen, das auch erforscht wurde“, sagte Wagler. Die Frau wiederholte das danach mehrfach. „Sie hat aus dem ersten Mal nicht gelernt.“ Wie das juristisch zu bewerten sei, wolle er bewusst offen lassen.

Der Staatsanwalt forderte für die Frau eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes in vier Fällen. Außerdem beantragte er, eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. In diesem Fall müsste die Frau voraussichtlich mindestens etwa 20 Jahre im Gefängnis bleiben.

Acht Babyleichen waren im vergangenen November in Wallenfels (Landkreis Kronach) gefunden worden; bei vier konnte nicht geklärt werden, ob die Kinder nach der Geburt lebten und ohne medizinische Hilfe lebensfähig waren. Die acht Säuglinge waren in Plastiktüten und Handtücher gewickelt und versteckt worden. Im Prozess gab sie an, sich weitere Kinder gewünscht zu haben.

dpa

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